Amerikaner, eine zuckersüße Versuchung

Amerikaner….

als kleiner Junge dachte ich beim Bäcker immer das sei ein Gebäck für die Amis, die Amerikaner, denn in unmittelbarer Nähe war eine Ami- Kaserne mit  GI s. Doch auch ich bekam hin und wieder mal einen Amerikaner…..

Früher in jedem Bäckerladen zu sehen, sieht man sie immer seltener und weniger.
Die echten Amerikaner und das Gebäck auch.
Aber die Gelüste darauf sind von Kind an geblieben.
So auch dieser Tage.
Und da ich heute mit einem befreundeten Konditor sprach, http://sweetfactory.de/ , bekam ich auch von diesem ein Rezept für Amerikaner.

 Rezept  : Für ca. 12-15 Stk
270 g Weizenmehl
100  g Zucker
2 Eigelb                                                                                                                                                  10g Amonium ( Hirschhornsalz) 1 TL Backpulver
25 g flüßige Butter
1/8l Milch
2 Päckchen Vanillezucker
1 EL frisch gepresster Zitronensaft
1 Prise Salz

für den Zuckerguss:

120 g Puderzucker
3 EL Zitronensaft

Zubereitung :
a. Zucker, Eigelb, Hirschhornsalz, und Butter,  gut glattrühren,
b. dann die Milch dazu
c. und zum Schluss das Mehl aber den Teig nicht zu fest machen
d. den Teig in kleinen kugeligen  Batzen und ausreichendem Abstend auf das gefettete, gemehlte Blech spritzen.

Nun wird ein Backblech mit Backpapier belegt und darauf werden 10 bis 12 Teigkleckse aufgesetzt. Da der Teig beim Backen enorm aufgeht, sollte ausreichen Abstand zwischen den Teigklecksen eingehalten werden. Jetzt kommt das Blech in den auf 180°C -vorgeheizten Ofen und etwa 12 Minuten  mttl  Stufe  goldbraun gebacken.

In der Zwischenzeit wird der Puderzucker mit dem erhitzten Zitronensaft zu einer Glasur gründlich verrührt. Damit werden die Unterseiten der abgekühlten Gebäckrohlinge zu fertigen „Amerikanern“ bestrichen. Dazu nimmt man am besten ein Messer oder eine Palette. Ist die Glasur fest geworden, können die „Amerikaner“ aufgetragen werden. Wer möchte, kann die Oberseite der „Amerikaner“ auch noch mit einem Schokoladenguss versehen und auch zum Beispiel zum Kindergeburtstag ist das Verzieren mit bunten Streuseln möglich .

Bemerkung : Amonium ( Hirschhorzsalz )  als  Triebmittel ergibt einen anderen, eben den typischen Amerikaner Geschmack.
Man zählt daher die Amerikaner zum typischen Amonium Gebäck.

Und so  sahen  sie dann aus !

Viel Spaß  beim nachmachen !

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Krapfen, Berliner, Knieküchla Kiechla u. a.

Namen gibts  dafür  wie Sand  am Meer:

Krapfen

Berliner

Auszogne  Krapfen, Mutzen, Kniaküchla, Kniakücherl, Kiechla, Kiegla, Küchla, Streubele, Sträubla, Kirchweihkrapfen, Faschingskrapfen

Krapfen, Küchla oder Kiegla werden in Franken nicht nur in großer Zahl, sondern vor allem in vielen Variationen gebacken. Fast jede Region und zahlreiche Ortschaften haben sorgsam gepflegte, eigene Traditionen und Rezepturen. Neben den runden Krapfen mit Hiffenmarkfüllung gehören die „Ausgezogenen“ zu den bekanntesten und beliebtesten Vertretern ihrer Art.

Jede  Gegend  hat  einen  Namen  für  das  Schmalzgebäck,  denn  so  werden  diese  Krapfen da  oder  da genannt, je nach Landschaft. Hier  bei uns  gibt  es   gerade  in ländlichen  Gegenden  noch  sehr  viel  die  auszognenen Krapfen .

Die  eher  runde  Ballenform  fällt eher  unter  die  Rubrik  „Berliner “ und  sind in der Regel  gefüllt,  meist und  traditionell mit  Hiffenmarmelade. Und  die gezogenen  eher nicht.  Beide  Arten  werden  jedoch nach  dem  backen  reichliche mit Zucker oder  Puderzucker  bestreut.  Heute  sieht man  auch mal  welche  die  mit Fondantzucker, Schokolade oder  auch   Guss  überzogen  sind.

Hier nun  ein altbewährtes  Teigrezept:

1 kg Mehl 550
60 g Hefe  (  1 1/2 Päckchen )
0,4 l Milch.  gewärmt
5 Eier
200g Zucker
150 g Butter
80 g süße Sahne, gewärmt
4 Päckchen Vanillezucker
1 gute Prise Salz
ggf. etwas Arrakschnaps,  macht  den Teig lockerer

und  dann:

einen weichen Hefeteig herstellen. Dieser  ist  wirklich samtig  weich ! Wenn du den Eindruck  hast,  er ist  dir  zu  weich,  kannst  du  gerne  noch etwas Mehl unterarbeiten ( nicht  jedes  Mehl ist gleich ) vor dem abschlagen, also dem informbringen zur Teigkugel siehe Bild oben. Nun den Teig  30-45  min an warmen Ort gehen lassen. Den Teig aus  der  Schüßel nehmen kurz falten, also auf  dem Teigbrett  übereinander schlagen. Jetzt 15 min  ruhen  lassen. Dann kleine  Teigstücke  mit dem Schaber abstechen und  rund  wirken, leicht mit Fett bestreichen, zugedeckt kurz (15 min) gehen lassen, dann mit gefetteten Fingern ausziehen, indem man den Teigrand durch die Hand gleiten läßt, so daß innen ein dünnes Fenster entsteht, in das heiße Fett geben, 1-2mal übergießen, so daß die Krapfen auflaufen, aber nicht hart werden: wenn goldbraun, vorsichtig wenden, so daß kein Fett in die Mitte des Krapfens kommt, fertig backen. Krapfen sollen innen hell bleiben. Mit Zucker /Puderzucker bestreuen.

Dann sogleich abtropfen lassen und  mit  Zucker/ Puderzucker bestreuen

Zuvor  hatten  wir  die  Teigkugeln in  der Mitte  flachgedrückt und  einen  dicken  äußeren  Rand. Früher  haben  das  Omis  damit  gemacht,  daß  sie  den  Teig  über  das  Knie  gedrückt  haben, Heute  weniger zu  empfehlen  😉

Krapfen , Berliner

Da  lassen  wir  die  Teigkugeln   etwas  aufgehen und kommen  rund in  das  heiße  Fett,  ich benutzte  eine  Friteuse,  es geht  aber  auch  mit einem größeren Topf herauszubacken. Die Teigkugeln ebenfalls  wenden,  sobald  sie  Farbe  genommen  haben. Dann herausnehmen abtropfen lassen.

Krapfen , Berliner  werden  gefüllt , traditionell mit  Hiffenmarmelade.  Früher  sollen  dazu  zwei  runde  Teiglinge   verwendet  worden  sein. Auf  einen  kam  etwas  Marmelade dann Deckel  drauf , zusammengedrückt und  ausgestochen  für  einen  sauberen Rand. Heute  werden  Teigkugeln  geschliffen ,  die  ausgebacken  werden. Hinterher  werden  die  gebackenen Krapfen  dann mittels  einer  Spritze  mit  Marmelade  gefüllt. So  kenne  ich  es  nur und hab  das  heute auch  so  gemacht .

Und  meine Krapfen sahen dann so  aus:

Viel Spaß  beim Nachbacken !

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Pain Paillasse kein Brot und kein Baguette. Aber herrlich !

Pain Paillasse

kein Brot und kein Baguette……

Aber herrlich !

 

Die  schweizer  Spezialaität  steht  schon  lange auf  meiner  Backliste. Jetzt, da  ich

Roggen – Sauerteig
Weizen – Sauerteig
Lievito Madre

aufgefrischt und erneuert habe , darf der Backvirus wieder bei mir wüten. Und das Schweizer Pain Palasse,  eine Entwicklung  eines  Mehl und  Backmischung Herstellers aus  der  Schweiz,  der  dafür Lizenz und  seine  Zutaten  verkauft.

Auf  der Suche  darnach  bin ich  bei Zorra : aka  Kochtopf  fündig  geworden https://www.kochtopf.me/pain-paillasse-mit-sauerteig                                                            Es  wäre  unlauter   das  Rezept  trotz  Änderungen als  meines  ausgeben zu  wollen. Daher  haltet  euch an  das  original.

Als  ich  es  aus  dem Ofen hatte, kam  gerade meine Schwester roch  den herrlichen Brotduft im Haus  und  war  sprachlos  beim Anblick  der Brote.  Das  krachen  der Kruste kannte  sie  wohl  seit  ewig langem nicht mehr und  sie  war  hin  und  weg.  Kassierte  natürlich  sogleich  eines  der  Brote  für  sich.

Es  muß  gesagt werden ,  daß  dies  kein  Franz.Brot ist auch wenn  die Form  das  vermuten  läßt. Es  ist  aber  auch kein Wurzelbrot,  auch  wenn  die  gedrehte Optik das  vermuten läßt.  Es   ist  eher  eine  Art  Champagne  Brot  also  ein französisches Landbrot in Stangenform. Einfach nachbacken,  herrlich !

Verwendet  habe ich ein Mehl  aus  dem  Elsass

Zutaten

Sauerteig aktivieren Schritt 1

    • 10 g aktiver Weizensauerteig
    • 20 g Weizenmehl
    • 20 g Wasser

Sauerteig aktivieren Schritt 2

    • 50 g Sauerteig von Schritt 1
    • 70 g Mehl
    • 35 g Wasser

endgültiger Teig

  • 135 g Sauerteig von Schritt 2
  • 400 g Weizenmehl
  • 3 g Frischhefe
  • 270 g Wasser
  • 10 g Salz

Machart  siehe Link  von aka  Kochtopf  oben.

Der fertige  Teig , von mir  die  doppelte  Menge des  obigen Rezeptes,  wozu  das  1 kg  Paket   des  tollen Jung -Mehles  ausreicht :

Und  so  sah es  dann aus  bei mir :

Viel  Spaß  beim nachmachen !

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Paprikapaste und Paprikacreme selbermachen

Vergiss alles was du so an mildem Paprikamark, an Paprikapaste, und unter verschiedensten Bezeichnungen bekommst,  ob in Tuben oder   in Gläschen.  Vielfach ist es essigsauer eingemacht oder auch recht scharf oder feurig. Selten  aber natürlich im Geschmack .

Ich empfehle euch heute eine milde, eher süße , aber dafür extrem vollaromatische und


natürlich -liebliche Paprikapaste/ creme

Eigentlich gehört das in den Spätsommer, wenn heimischer Paprika zuhauf angeboten und geerntet wird. Aber seltsam, man bekommt auch im Winter viel vollreifen Paprika, roten Spitzpaprika. Dieses Jahr gar aus Südamerika weil spanischer vielfach ausfällt. Ökobilanz ?  Ach lassen wir das , wo stimmt die schon….

Aber , warum nicht auch im Winter ?

Genau und gemacht ist es so schnell und flott daß man nur so staunt.

Also kaufe dir so einen Beutel / Schale mit rotem Spitzpaprika beim Gemüsehändler oder im Supermarkt, gibts ja überall ! Diesen dann waschen und schon kann es losgehen:

1. Den Spitzpaprika der länge nach halbieren und Kerne entnehmen
2. Fürs dünsten in kleinere Stücke schneiden
3. 3-4 größere Knoblauchzehen ebenfalls schälen und klein schneiden
4. halb Oliven/halb Sonnenblumenöl ( je 3-4 EL ) in einer Sauteuse erhitzen
5. Den klein geschnittenen Paprika zugeben, ohne viel Farbe nehmen zu lassen
anschmoren , dann den Knofi zugeben, etwas salzen
6. immer wieder schwenken bis der Paprika leicht zusammengefallen ist
7. Auf Seite nehmen, in ein höheres Gefäß geben und mit dem Stabmixer
zu einem sehr feinen Pürree/ Paste mixen
8. Wenn du es pikant oder scharf willst, mixt du etwas Chillies/ Chillipowder unter

Das ist die ganze Kunst !

Aussehen sollte es dann so , diese excellente Paprikapaste:

Und schon beim umfüllen schleckst du dir die Finger ab.So herrlich schmeckt
eine selfmade Paprikapaste. Diese kannst du nun in Gläser füllen und einige Tage im Kühlschrank aufbewahren. Für länger solltest du die Gläser für ein Stunde steriliesieren im Wasserbad bei 95 Grad.
Verwenden kannst du dieses Paprikamark zu frisch gegrilletem, Kotellettes, Mixed Grill, Steaks, aber auch als Brotaufstrich, zu Hamburgern oder ein wenig über Salate geben oder in die Salatdressing.
Ganz toll auch ein Paprika – Cremesüppchen, doch das gibts im nächsten Posting.
Vel Spaß beim nachmachen !

 

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Blutorangen Marmelade selbermachen

Blutorangen Marmelade


Nichts ist heutzutage so einfach zu machen wie eine gute Marmelade
Selbstgemacht natürlich, denn die ist unübertrefflich und du weißt genau was drinnen ist!
Das weißt du bei gekauftem nicht.
Denn schon alleine die Bezeichnunge die es gibt sind eher verwirrend und machen einen  mehr konfus als daß sie Klarheit bringen :
Marmelade, Konfitüre, Fruchtaufstrich, Gelees:
Marmelade  als  Bezeichnung soll dank den Engländern in der EU bald nur noch den Citrusfrüchten vorbehalten sein. …
Konfitüre, galt früher als veredelte Marmelade da mit Fruchtstücken drin
Gelees sind wieder aus Fruchtsäften hergestellt
und in Fruchtaufstriche darf (fast alles ) rein.

Also nicht Ärgern , sondern selber machen im net gibts tausende Rezepte dafür.
Heute mache ich mal


Blut Orangen -Marmelde

Blutorangen hatte ich diesen Winter öfters mal , meist die gebräuchlichste Sorte Moro, so auch dieses mal. Nur leider mußte ich beim aufschneiden feststellen daß die meisten gar nicht blutrot waren ! Aber nicht ärgern sondern weitermachen 😉

 

Dazu die Orangen von der Schale befreien und zwar so daß auch alles Weiße von der Außenhaut weg ist. Dann die Orangen mit dem Stabmixer mixen.
Diesen Fruchtfleischsaft aufkochen und Gelierzucker 1-2 zugeben
das 1 zu 2 bedeutet :

1 Teil Gelierzucker und 2 Teile Frucht

also gibst du zu einem Kilo 1000 gr Früchten 500gvom  1 zu 2 Gelierzucker dazu.
Aufkochen lassen, ggf, den Schaum abschöpfen und schon kannst du die Marmelade kochend heiß in zuvor gründlich gereinigte und kurz in kochendem Wasser desinfizierte Twist off / Schraubverschlußgläser füllen. Das sichert dir daß sie einwandfrei ist und lange haltbar bleibt. Sind die Gläser gefüllt dann den Verschluß fest und stramm schließe.
10 min auf den Deckel stellen , dann umdrehen und erkalten lassen.

Ich verwende gesammelte Gläser aber du kannst auch solche im Handel bekommen:

 

Und so sieht meine Blutorangen Marmelade  dann fertig aus,

herrlich und doch so einfach und schnell gemacht:

 

Viel  Spaß  beim nachmachen !

 

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Grillierte Dorade mit baked Fächerkartoffel

Fangfrische  Dorade, wann bekommt man denn sowas mal?                           Selten !

Das  was man allgemein  als Dorade oder  Dorade  Royal (Sparus aurata) zu  kaufen  bekommt,  sind  keine  Wildfänge denn  wildgefangene  Goldbrassen (Goldener  Streifen unter dem Auge ) gibt es  kaum im Handel  (außer direkt  in Mittelmeeer  Hafennähe) . Sie  sind  dann meist  auch recht  groß,  werden  schließlich  bis  70,80 cm  und 2, 5 Kilo schwer das  erkennt man  sofort.  Das  was  wir  zumeist bekommen sind Zucht-Doraden ,  werden  wie Zucht-Lachs gehalten und diese  kommen  schon  recht klein  auf  den Markt. Was  du zu kaufen bekommst ist zumeist Zuchtdorade.

Hin und  wieder  bekomme ich auch  welche frisch bei  einem  franz. Feinkosthändler  in  der Nähe, der  auch  Spitzengastronomie  beliefert: http://www.varin-gmbh.de/         Dabei  muß  man  sehr  wohl unterscheiden ob  es Fisch  aus  Freifang  ist ,Labelware oder Zuchtdorade  aus  Aquakultur, meist  Griechenland.

Heute  habe ich mir  welche  aus  der  Truhe  “ geangelt “ denn da  hatte ich  noch Vorrat.

Doraden  grillfertig  richten:

Gut  waschen und  vor  allem das  schuppen nicht  vergessen.Dann wurden sie innen mit S+P gewürzt , dann kam dünn geschnitten Zitrone, Thymian, Petersilie und reichlich Dill hinein, dann mit einer Nadel verschlossen. Man kann  auch ne Knoblauchzehe, auch Petersilie  oder  ein  wenig Rosmarin hineingeben, selbst Basilikum  oder  auch  Zitronengras  habe ich  schon  verwendet.

Das geschah am morgen, so das die Gewürze gut eindringen und sich entfalten konnten.
Also ran an die Kartoffeln. Denn es sollte eine Art  Baked Patatoes geben, allerdings in einer Art, wie man sie derzeit zubereitet.
Dazu habe ich große Kartoffeln gewaschen und roh eingeschnitten auf 3-4 mm.  Dann wurden die Kartoffeln mit Gummikordel  oder  Bindfaden fixiert  und blanchiert, damit das Gratinieren im Ofen oder im Grill dann schnell vor sich geht.  Man  kann, muß  aber nicht  blanchieren….. Dann habe ich dazwischen Knofischeiben  und  Rosmarinnadeln gesteckt und mit S+P gewürt, ehe Olivenöl darüber geträufelt wurde. Und ab ging es in den Ofen.  Natürlich  läßt  sich  damit  gut experimentieren und  mal  so  oder so würzen.

Jetzt brauchte ich noch Sößchen , Dips.

Nur was?

Gremolata .
Gremolata ist etwas ganz feines zu Grillgerichten.
Meine kenne ich von Mama Maria.
Mama Maria lernte ich durch einen italienischen Kellner von mir kennen.
Sie hatte mit ihrem Mann,  einem ganz feinen Menschen in einem Vorort ein kleines einfaches Dorfgasthaus übernommen.
Schon bei meinen ersten Besuchen dort stellte ich fest daß sie eine ganz begnadete Köchin war.
Schnell hatten wir eine kollegiale Wellenlänge gefunden, ach nein.   Maria war mehr, sie war mir wie eine gute liebe vertraute Verwandte.
Und so durfte ich nicht, ich mußte zu ihr in die Küche, wenn ich mal zugegen war.
Dabei bemerkte ich schnell : Pizza, Pizza war unter Marias Würde, die machte sie eher der Not gedrungen.
Aber viel lieber  war es ihr, die Gäste mit kleinen Versuchshappen  neugierig auf echte italienische Spezialitäten zu machen.
Und das gelang ihr immer mehr, so daß Pizza bald in den Hintergrund rückte.

Man merkte es am Publikum das sich geändert hatte. Man merkte es an den vielen Autos die nun immer vor dem Haus standen und man merkte es an den Nummernschildern : Maria hatte es geschaft, sozusagen in der  gastronomischen Diaspora  ein italienisches Speiselokal zu etablieren.

Und Mama Maria machte eine wunderbare „Gremolata“ ; das ist Amalfi Zitronenzeste feinst geschnitten oder gehackt, Zitronensaft, hauchdünne Scheiben von Zitrone, reichlich Blattpetersilie feinst geschnitten, allerbestes Olivenöl, gemörserter Pfeffer, bestes Meersalz, alles im Mörser etwas zerstoßen und gut durchziehen lassen, am besten am Vortag, einige Tropfen Grappa oder auch mal Pernod dazu als letzten Pfiff, meinte sie immer mit einem verschmitzten Lächeln.

Noch heute muß ich immer wieder staunen wie köstlich diese Sauce , dieser Dip sein kann, wenn er nur sorgfältig  und mit guten Zutaten gemacht wird.
Miserbles Olivenöl und die Gremolata schmeckt entsrechend mies.

Dann eine  DILL – Honig – Senf   Sauce  : selbstgemacht,
nicht das was man in Gläsern zu Graved Lachs zu kaufen bekommt.
Nein .
So wie sie mein Kumpel Lars im norwegischen Guriset macht:
Honig,  reichlichst fein geschnittenen Dill ohne Stengel, dann Senf dazu ,
( ich habe es schon mit selbst gemörserten probiert, allerdings mit wechselhaftem Erfolg: die Senfsaatsorte  muß passen !)
ich habe einen mittelscharfen genommen.
Dazu etwas Pfeffer aus der Mühle , einen Hauch Wasser und einige Tropfen Aquavit,  aber sehr sehr wenig und nur ein Hauch!
Fertisch!

Es fasziniert mich immer wieder, daß Gutes nur sehr wenig braucht.
Alles was zuviel hat verliert dadurch eher, als daß es gewinnt!
Gerade die besten Sachen sind oft von schlichtester Einfachheit und daher so elegant und geschmackvoll – unverfälscht eben, unpafümiert.

Für die Baked potatoes  wollte ich dennoch etwas klassisches dazu und was kräuteriges, also nicht einen Kräuterquark sondern diesmal als Cottage, also Frischkäse grob und fein vermischt und mit  fein gehacktem Schnittlauch, Petersilie, Dill, Bärlauch etwas Koriander und Ysop  und dann durchziehen lassen über Nacht, damit die Kräuter sich entfalten können.

Inzwischen waren meine Baked Potatoes auch aus dem Ofen heraus.                 Das geht bei entprechender Witterung auch am sommerlichen Grill  zu machen.
Appetitlich  angerichtet die wunderbare Beilage zur DORADE

Nun fehlte nur noch die grillierte Dorade,  zubereitet in einer Grillpfanne mit Rillen, wie sie wohl jeder zu Hause hat und die ich gerne verwende:

besser geht DORADE nicht….
nur anders…

Mehr ist zu diesem Gericht nicht zu sagen.
Unbedingt nachmachen! Aufpassen , Suchtgefahr!

TIp:  Doraden  auf  Fenchelgemüse  im Ofen gebacken ist auch  eine  sehr  empfehlenswerte Zubereitungsart  und  gedeiht  nach  der  Vorarbeit  sehr  gut alleine  in der Backröhre

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„Poppen“ die Kunst eine Schweinshaxe knusprig und rösch zu machen

.

Es war mal  wieder an der Zeit für eine Schweinshaxe
Beschrieben ist die Zubreitung  schon mehrmals hier im Blog,      https://heutegibts.wordpress.com/?s=Schweinshaxe                                                             kein Wunder ist es  ja unser bayerisches  Nationalgericht ….

Daher  will  ich heute  einmal  genau und  ausführlich beschreiben  wie man so eine  Schweinshaxen  oder  wie  die Österreicher  sagen ein Stelze, richtig  knusprig , resch,  rösch  bekommt.

„Das Poppen einer Schweinshaxe „

Wie  die Schwarte  schön  “krachert“   wird,  wie sie  im Ofen poppt,  denn so  nennt  man den Effekt ( ähnlich wie  bei  Popcorn)  wenn sich die  Schwarte mit  Luft füllt :

„  und Poppt  „

ähnlich einem Popcorn, wenn er platzt…

Denn dieser Effekt sorgt  dafür  , daß die Schwarte  sich  aufbläht  knusprig  rösch,  anstatt zäh und hart  wird.
Normal  wie ihr  wisst,  gelingt  es  einmal,  ein anderes  mal mehr  oder  auch wieder  weniger.
Also alles  eher  etwas  zufällig, obwohl  du immer alles  gleich machst, will es nicht immer  so funktionieren, wie  du  möchtest.

Der Grund  ist der , daß man sich oft  eine Haxe aussucht ,  die hübsch und schön aussieht.
Auch die Schwarte der Haxe  tadellos.
Denkst du !!!

Aber  die moderne Kühltechnik  der  Metzger  sorgt dafür  ( ich kenne mich da aus , habe das  schließlich  mal  gelernt…)  daß  die Schweinderln  im Kühlhaus  schnell abkühlen und das  der  Schweineschwarte Feuchtigkeit entzieht.  Das ist alles prima  so und bestens für uns,  nur  sorgt es  dafür  das  die Schwarte  der Haxe  etwas  trockener  wird.
Und  wenn sie an manchen Stellen  nur einen Hauch zu trocken ist,  kannst du machen was du  willst  :
sie poppt nicht im Ofen, füllt  sich nicht mit Luft ,  sondern wird  hart und zäh.

Wenn man das  weiß, ist die Lösung ganz einfach:

Lege  die  Schweinshaxe  über Nacht  in  Salzwasser  ein und ab in den Kühlschrank.
Das  geht in einem Topf,  Eimerchen , Schüssel oder  du  gibst sie in  eine Plastiktüte gibst  reichlich Salzwasser mit rein,  Knoten oben drauf und ab in den Kühlschrank. Über Nacht  kann sich nun die Schwarte  gut mit  Salzwasser vollsaugen  und das garantiert dir ,daß  die Schwarte schön im Ofen poppen wird !

Wenn du  die Haxe  dann  zubereiten willst , nimmst du sie  aus dem Kühlschrank und aus dem Salzwasser,  denn nun muß  sie eingeschnitten, eingeritzt werden.
Das  geht  am besten  mit einem Cutter oder einem Teppichbodenmesser :

nach dem  einschneiden noch reichlich mit S+P einreiben

dann kann es in den  Ofen:

Ein weiterer  Aspekt ist,  daß  man  meist unterschätzt  wie lange eine Haxe im Ofen braucht.
Also  wird  mit hoher  Temperatur  gefahren und  die  Haxe  wird  hart und  zäh, die  Schwarte auch.

Eine Schweinshaxe  braucht Zeit ,  viel Zeit !
Sie soll  anfangs  mit niederer Temperatur  von etwa 140 Grad gefahren werden  das etwa  2,5  bis  3 Stunden.
Erst  dann fährt man die Temperatur höher damit man Farbe  bekommt aber auch nicht zu schnell und zu hoch ,
sondern schrittweise  bis  auf 220 Grad
Und zum Poppen u. U.  auch mal kurz  die Grillfunktion verwenden (  je nach Ofen ) .
So kommt man leicht  auf 3,5 bis  4 Stunden  !
Das muß  man vorher  bedenken und die Haxen rechtzeitig  schieben.

Gerade  am Ende muß man  dann dabei bleiben und das Poppen genau beobachten ,
die Haxe bei  Bedarf drehen und  wenden bis sie ringsherum schön aufgepoppt ist.

Das ist die  hohe Kunst des „ POPPENS „ meine lieben.
Wenn du es nun weißt, behalte  es für  dich, denn dann werden dich immer  alle  bewundern und   fragen:
wie machst du  das nur , daß  du eine  sooo schöne kracherte,  knusprige, resche, rösche  Haxen zusammen bringst ?

Dann erinnerst dich an mich und den  Trick mit dem „  richtigen  Poppen „

Und  dann wird  deine Haxe so  appetitlich schön aussehen,
geradezu  wie ein Reklamefoto, so  wie  die  heute bei mir :

Nochmals :  vorher und nachher

 

Viel Spaß  beim nachmachen !

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