Dein Sonntagsbraten , nur noch aus Teuerfleisch ?

.
Wer viel im net unterwegs ist, der hört viel, der sieht viel.
Und vieles verwundert einen sehr.
Mir geht es dabei heute um das Thema Fleisch.

Nein nicht daß ich mich jetzt hier über die „militante Fraktion der Veganer“ auslassen möchte, nee.
Auch keine Diskussion über die Modeerscheinung vegan und  auch nicht über die Mitläuferschar bei der Trendaussteigermode.

Da will ich gleich mal über meine jüngste persönliche Erfahrung heute starten.
Als ich dieser Tage in der Stadt war, wollte ich mal wieder in Würzburgs Reformhaus nummer 1  am Marktplatz gehen.
Nein ihr braucht keine Bange haben, ich will nicht aussteigen.

Ich brauchte nur ein Gerstenbackmalz und solche Sachen die man anderswo nicht bekommt.  Zuerst mal stellte ich fest, das viel los war in dem Laden .
Auf den 2.  Blick war ich dann etwas verwundert, die Verkäuferinnen sahen optisch lupenrein aus wie Frau Zahnarzt persönlich.
Warum ?
Warum im Doktorlook, wenn sie auch nur Tee, Zahnpasta, Mehl  oder Kaiser natron verkaufen. Achso und Bio Kosmetika der halbe Laden voll.
Zudem viel mir auf, daß sich Kundschaft und Personal in etwa die Waage hielt. In großen Supermärkten muß man Personal suchen.
In Reformhäusern ist Personal sozusagen griffbereit,  vorne hinten seitlich.
Ein Blick auf die Preise zeigt, daß diese saftig sind,  bei soviel Personal nicht verwunderlich. .

Ein erster  Blick auf die Kundschaft.
Oh weh.
Ein zweiter Blick auf die Kundschaft  wird mehr und mehr eher unangenehm.
Die Kunden  sehen schon etwas anders aus als bei Lidl, Aldi oder bei Real. Und anders als  100 m Meter weiter auf Würzburgs grünem Markt.
Gesünder ?
Nee.
Ich habe ganz und gar nicht den Eindruck als würden mir hier strahlende Gesichter, also  vor Gesundheit strotzende  Mitmenschen begegnen.
Ich habe eher Mitleid …
und ertappe mich bei dem Gedanken, daß ich sie mit meiner Kost in 3 Wochen aufpääppeln könnte.
Das ist das andere Gesicht  von Reformhaus , Reformkost.
Ich weiß nicht, ich habe eher den Eindruck sie werden krank (auch in ihren Ansichten) indem sie patout so gesund leben wollen, daß das schon wieder krank macht.!

Gut , daß Würzburgs bekanntester Bratwurststand nur wenige Meter weiter ist.

Schnurstraks gehe ich hin und hole mir eine gezwickte.
Es ist noch früh am Morgen und es ist kalt. Wenige erst treiben sich auf dem Markt herum.
Heute ist Mutter und Tochter da am Würstlstand.
Man kann einige Worte wechseln. Den Mann , den Vater kannte ich sehr gut, auch ein Metzger, sogar Meister, ich kannte ihn seit meiner Lehre sehr gut .
Er war ein lieber netter Mensch . Schon die Geschichte wie er zu diesem begehrten Stand in der allerbesten Top Lage der Stadt kam, wäre erzählenswert.
Wir beide lachten immer, wenn wir uns daran erinnerten… Das ist aber nicht die einzigste Geschichte die man über ihn erzählen könnte.
Er  hatte so seine Probleme mit dem Finanzamt, oder besser gesagt das Finanzamt mit ihm. Immer war man da nicht mit den abgeführten und erklärten Umsätzen zufrieden.
Und was er sich auch einfallen ließ,  immer kamen die vom FA und wollten mehr, viel mehr. Mal stimmt Wurst und Senfverbrauch nicht überein, dann wieder überstieg der Brötcheneinkauf den Wursteinkauf.  Schlimm…
Damit das goldene Bratwurstimperium doch noch in Familienhänden bleibt machte die Tochter die Metzgermeisterprüfung und übernimmt den Bratwurststand.
Vater übernimmt die Produktion in der heimischen Wurstküche und liefert.

So manchen Schoppen oder Bierchen habe ich mit ihm und Gattin getrunken.
Ja, bis ich eines Tages hörte, er sei tot.
An was er gestorben ist ?

Erstickt.
Wie , erstickt ?

Beim reinigen des Fettabscheiders seiner Werkstatt.
Gase,  giftige Gase.
100, 150 Euro hätte professionelle Reinigung durch Fachleute gekostet.
Auf dem Grabstein müßte stehn : er starb aus Geiz.  Geiz ist Geil, oder ?

Und schon sind wir wieder beim Thema.


Metzgermeister, Geiz, Fleisch.

Wer schon länger meinen Blog besucht, wird wissen daß ich in Sachen Fleisch recht gut bescheid  weiß.
Nicht nur weil ich auch mal Metzger gelernt habe, sondern sondern weil der ganze Familien Clan sozusagen ein Metzger, ein Fleischerclan ist.
Elterliche Metzgerei zu Hause
zzgl im Gastro Betrieb eine eigene Metzgerei
2 Onkels Metzgermeister mit eigenen Läden
1 Schwester Metzgermeisterin
1 Schwager Metzgermeister , 3 Brüder von ihm : Metzgermeister
1 Neffe Metzgermeister

Ich kenne mich also in und auswendig aus, mit der Materie.

Im Gegensatz zu vielen  klugscheißernden Schreibern, Hobbyköchen, Essayisten,  Bloggern, und Hobbyköchen die sich alle berufen fühlen,
ihren Senf dazu abzugeben obwohl sie keine ,  oft nicht die geringste Ahnung haben.
Ja ich lasse mir heute mal meinen Fachmann heraushängen , weil sich vieles aufgestaut hat.

Neulich schrieb eine junge Hobbyköchin,
die offensichtlich noch während der Studienzeit von zu Hause subventioniert wird :

wie Leute nur
„ Vergastes Gammelhackfleisch in Supermärkten kaufen können“
Sie sollten weniger und seltener kaufen .

Da ging mir dann doch die Galle hoch.
Nach dem Motto : mit voller Hose sch…. sichs gut !  Natürlich kann das Fräulein subventioniert mit Bafög und dem elterlichem Sponsoring  wählerisch sein, ob sie nun billges Hackfleisch aus dem Angebot eines Supermarktes kauft, oder  beim Metzger auf der Königslallee.

Ich bin mit Sicherheit nicht auf der Seite von Discountern oder Billigheimern, weiß Gott nicht. Aber mich stinkt diese Denke langsam an.

Vielleicht hilft die Frage :
warum hat solch billiges Fleisch eine solche Nachfrage und wird so viel gekauft!
Warum gehen sooo viele zum Supermakt Billigfleisch holen anstatt zum Metzger  Teuerfleisch holen?

Dem jungen, dumm daherredenden  und olle Sprüche nachplapperndem Fräulein habe ich das mal versucht zu erklären.
Denn offensichtlich hat das abgehobene Frl.  Informationsdefizite:

1. Immer mehr Deutsche  arbeiten im Billiglohnbereich
2  Immer mehr Deutsche benötigen 2 Jobs um existieren zu können
3. Immer mehr Deutsche benötigen staatliche lohnaufstockung zum existieren
4. Immer mehr Deutsche haben keine festen Arbeitsverhältnisse mehr,
sondern nur noch zeitarbeitsverhältnisse
5. größte Kinderarmut aller Zeiten in D
6. Immer mehr Rentner sind verarmt, könne von der Rente nicht leben
usw.

Daneben gibt es einen großen Personenkreis der sich am Rande des oben genannten Einkommenslevels bewegt.

So und jetzt das Beispiel nach Fräulein Klugscheiß:

Man sollte das auf jeden Fall beim Bio Metzger oder im Hofladen 20 Kilomter vor der Stadt kaufen.
Klar man kann sein Geld auch in Sprit  investieren statt in Hackfleisch.
Da hat man viel Zeit verbraucht, viel Sprit aber nichts auf dem Teller, denn Hackfleisch dort kostet mindestens das Doppelte.
Wie sollen das Leute  stemmen die in Zeitarbeit sind, Geringverdiener, Rentner usw.

man sollte weniger dafür Qualität, also statt
500 Gramm für 3.99
250 Gramm für 3.99
Aha.
Und wovon sollen dann nach dem Bratverlust 3, 4  Leute satt werden ?
Da möchte ich die Schimpferei am Mittagstisch nicht hören.

Oder :
wenn nur 10 Euro für den Schweinsbraten da sind, bekommt man beim
1, 5  Kilo  Discounter
0, 8  Kilo  beim Metzger
0, 6  Kilo  in Bio Qualität

Nach Frl. Klugscheiß  Empfehlung sollte das Dilemma dadurch bereinigt werden, daß  Verbraucher nun 600 Gramm Schweinebraten kauft .
Nur : nach dem braten sieht man davon nichts mehr in der Röhre.

Ich denke mit diesen Beispielen kann man offenlegen, mit welchen lebensfernen Schmarren da argumentiert wird.                                                                                                     Das kann ich auch, wenn es denn sein soll:                                                                               Gebt den Leuten  den doppelten Verdienst und sie können doppelt soviel für einen Schweinbraten ausgeben, doppelt soviel fürs Gemüse.

Zum Schluß noch eine berechtigte Randbemerkung:
Idyllische Schweinhaltung auf Streichelzoo-niveau  ist hübsch , romantisch aber  teuer.
Wer das will,  soll auch blechen dafür,  und zwar  richtig  fest  blechen.

Für Otto Normalo allerdings nicht geeignet.

Und ganz zum Abschluß möchte ich all denen ins Gebetbuch schreiben daß Fleisch nicht  ein Nahrungsmittel für Reiche sein soll und darf. Mitmenschen zu verteufeln  und die sich ihr Fleisch  z.B. nicht hier* kaufen können ist wiederwärtig und Menschenverachtend.

Laßt euch den Appetit auf Fleisch nicht vermiesen, und schon gar nicht eueren Sonntagsbraten!

Edel – Bio Metzger*:   http://www.porcella.at/art/bio-schwein/?t=zum-braten-im-ganzen

Und zum Abschluß : wenn  die Fleischdebatte  jedoch auf diese wahnwitzigen EU Gestze und Verordnungen  zur Tierzucht und  Tierhaltung angeprangert werden bin ich dabei. Auch wenn es um diese Wahnsinns -Schlachtverordnungen geht,  die nur noch   utopische Industrie Schlachtfabriken zu lassen , die größer und schlimmer wie KKW s sind. Aber dem Schlachter im Dorf das schlachten untersagen.  Wahnsinn……..

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23 Antworten zu Dein Sonntagsbraten , nur noch aus Teuerfleisch ?

  1. Thomas Schäfer schreibt:

    vielleicht bin ich einer der, ich zitiere “ klugscheißernden Schreibern, Hobbyköchen, Essayisten, Bloggern, und Hobbyköchen“ ….aber ich mache mir wie viele andere meine Gedanken über diese Thematik….und deshalb gefällt mir dein Artikel nicht !
    Auch wenn Du ein „Mann vom Fach“ bist, wie du es ausdrücklich betonst, scheinst du die Rechnung von „Fräulein Klugscheiss “ nicht verstanden haben….
    anstelle 5 x € 3,99.- auszugeben, vielleicht nur einmal €19,95….das reicht für einen Sonntagsbraten..und zwar in guter Qualität !

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    • derbayerx schreibt:

      ich denke nicht, Thomas,

      daß du zu den von mir zitierten Typen gehörst,
      die das ganze wie ein Dogma, wie ein Religion vor sich hertragen und publizieren.

      Nun nochmal zur Rechnung von Frl Klugscheiß :
      das Frl setzt voraus daß Frau Arm, Frl. Arbeitlos oder Herr Rentner 5 x Schweinebraten a. 3.99 verzehren würde.
      Dazu sage ich: Frl Klugscheiß verkennt die Realität und hat jeden Bezug zu weiten Bevölkerungskreisen verloren,
      denn dann müßte sie wissen, daß es in diesen Kreisen nicht üblich ist,
      daß an einem Sonntag 5 x Schweinebraten a 3.99 zubereitet werden

      Familie Arm müßte dann an 4 Sonntagen auf den Braten verzichten um am 5. Sonntag 19.95 dafür ausgeben zu können.

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  2. Herbert schreibt:

    schöner Bericht

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  3. Andreas S.N. schreibt:

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein ‚Sonntagsbraten‘ mit Fleisch vom Metzger meines Vertrauens nicht teuer sein muß. Für ein Stück Rinderkeule (1,5 kg) zahle ich um die 15 EUR. Und bei unserem 3-Personen-Haushalt langt das für 3 Tage. Und ich weiß, wo die Tiere herkommen. Bei meinem Metzger sind es A-Tiere, deren Herkunft man bis zur Geburt zurückverfolgen kann oder heute auf der Weide besichtigt, was künftig über die Theke geht. Das liefert ein Discounter nicht.

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    • derbayerx schreibt:

      Genau diese Erfahrung habe ich persönlich auch für mich, Andreas!
      Ich habe auch das Glück in einer Stadtrandrandgemeinde mit dörflichen Charakter zu leben,
      mit einem für Bayern typischen Wirtshaus/Metzgerei Betrieb und Bauernhöfen daneben, woher das Vieh kommt.

      nur Andreas, das was du oder ich kannst, das vielen gar nicht mehr möglich, und es werden immer mehr.
      Es gibt immer mehr Armut, man muß nur die Augen öffnen.
      Warum müssen mehr und mehr Leute zu den Tafel-läden um zu überleben?

      Und wer über Billigfleisch schimpft,
      beschimpft im Prinzip nicht die, die es produzieren,
      beschimpft nicht die, die es auf den Markt bringen,
      sondern die, die sich nur das billigste leisten können.

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      • Andreas S.N. schreibt:

        Ja, Bernd, ich kann Deine Agumentationskette gut nachvollziehen. Bloß: Wie soll man’s ändern? Das geht nicht von heute auf morgen. Aber ich denke langfristig wäre es möglich wenn in allen Schularten nicht nur Schreiben und Rechnen auf dem Lehrplan stünden, sondern auch Kochen, Backen und Ernährung zu den Basics gehörten. Dann würden diese Menschen nach und nach sensibilisiert sich bewußter und gesünder zu ernähren.

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      • derbayerx schreibt:

        Genau!

        Das habe ich selbst schon mehrfach gemacht und auch Schulen angeboten.

        Heute erst hat mich eine Hauswirtschaftslehrerin angeschrieben und darum gebeten ihr behilflich zu sein den Kinder aufzuzeigen wie Brot gebacken wird.
        Das genau ist der Ansatz!

        Schönen abend noch, Bernd

        *Siehe auch FB Sauerteiggruppe

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  4. Hallo Bernd,
    im Prinzip hast Du recht was die geringe Verfügbarkeit von Geld in der Bevölkerung angeht, und die Frage ist berechtigt ob man sich damit „gutes“ Essen leisten kann.
    Du hast Dich in Deinem Artikel dann aber ein bisschen verstiegen und hebst auf einzelne Personen ab, anstatt das große Ganze im Auge zu behalten.

    Denn es ist ja so, dass gerade die Leute, die sich das billigste Fleisch kaufen, dies auch noch in Mengen tun. Will sagen, es kommen in weiten Bevölkerungsteilen nur selten Dinge auf den Tisch, die NICHTs mit Fleisch oder Wurst zu tun haben. Gerade der von Dir verteidigte Personenkreis geht am liebsten in die FastFood-Kette, kauft Tütensuppen und andere Fertigprodukte.

    Und es ist immer das Angebot, das die Nachfrage regelt.

    Ein Leben ohne diese Produkte ist sehr wohl möglich, ohne gleich zum Dauer-Reformhauskunden zu werden.

    Es gibt ja noch andere Argumente die gegen zu viel Fleisch auf dem Teller sprechen.
    a) die Sauerei in den Ställen – siehe http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-117180355.html
    (in Deutschland werden jährlich 58(!) Millionen Schweine geschlachtet).
    Das kann doch nimand mehr als „normal“ bezeichnen.
    b) die Zunahme der Weltbevölkerung von derzeit 7 auf bald 9 Milliarden. Siehe dazu
    http://aus-meinem-kochtopf.de/2014/essbare-insekten-dschungelpruefung-auf-der-dachterrasse/

    Ich bin auch der Meinung, es ist und bleibt eine Vision, dass man sich sein bisschen Fleisch bald im Streichelzoo oder im Biohof um die Ecke holen kann/wird.
    Aber es steht immer noch jeder/m Blogger/In frei, darüber zu schreiben wie absolut toll sie/er ist und wie man alltäglich dafür eintritt, die Welt mit seinem eigenen Gericht auf dem Teller ein bisschen besser gemacht zu haben 😉

    Mit leckerem Gruß,
    Peter

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    • derbayerx schreibt:

      Hallo Peter,
      schön deine Meinung zu dem Thema zu vernehmen!

      Ganz so ist es nicht, daß das hier erzeugte oder geschlachtete Schweinefleisch auch ausschließlich hier verzehrt wird.
      D ist inzwischen zu einem SW Fleischexporteur ohnegleichen geworden ( in den asiatischen Raum,besonders China)
      Selbstverständlich verteidige ich in keinster Weise „Billigfleisch“ >bei meiner Vita<!
      Nur werden inzwischen nicht die beschimpft die diesen Wahnsinn per Gesetz und Verordnungen überhaupt erst ermöglichen,
      nicht die, die Massentierhaltung betreiben.
      nicht die, die das Verarbeiten
      nicht die, die das in den Verkehr und Verkauf bringen.
      Der Käufer wird beschimpft, verteufelt und an den Pranger gestellt

      Und dazu gehören jede Menge „Arme Teufel“, für die ich meine Stimme erhebe, wie ich ja klar und deutlich mache.
      Daß Billigfleisch auch zu Mißbrauch, zu unbedachtem Konsum verführt ist auch von mir unbestritten und mir natürlich auch bekannt und geläufig, Peter.
      Das ist aber nicht nur auf Fleisch beschränkt, sondern auch der Geiz ist Geil Mentalität geschuldet.

      Verstiegen habe ich mich eigentlich nicht so richtig, Peter. Denn das war die Schilderung eine Vormittages,
      die mit der flapsigen aber sehr energisch vorgetragenen Meinung des Fräuleins endete.
      Läßt man dann so einen Tag Revue passieren , entschließt man sich dann doch, seine Eindrücke wiederzugeben als immer nur in sich hineinzufressen.
      Insbesondere wenn man so einem Fräulein begegnet ist.

      Daß das Thema poralisiert, das war und ist mir klar, und daß ich da nicht nur Beifall bekomme.
      Wenn manche aber darüber nachdenken ist aber auch schon etwas erreicht!

      Bedanke mich bei Dir !
      LG Bernd

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  5. Gerda schreibt:

    lieber Bernd,

    auch von mir gibt es Widerspruch. Wir gehören auch nicht zu den Superverdienern die sich mal locker ein Koberind oder Biofleisch leisten können, oder wollen. Trotzdem achte ich sehr auf die Herkunft und Qualität meines Fleisches. Warum muss ich z.b. für einen 4 Personenhaushalt für Geschnetzeltes 1kg Schweinefleisch verkochen? Die Hälfte würde locker reichen, davon könnte ich mir schon Metzgerqualität leisten. Ein Braten von einem guten Kg Fleisch reicht uns für 2 Tage. Es ist nicht unbedingt das Problem das vernünftig erzeugtes Fleisch teuer ist, sondern vielmehr das Problem das viele Leute nicht mehr in der Lage sind aus frischen Lebensmitteln zu kochen. Frische Küche ist nun mal deutlich günstiger als Fertigfutter, Convienience und TK-Produkte. Steh ich an der Supermarktkasse, vor mir die Berge von Fixtüten, TKfertiggerichten ect. denk ich mir oft das ich für einen Bruchteil des Geldes mit frischer Küche einkaufen könnte. Und die Tafel? Es ist leider auch Fakt das die Tafelkunden gerne auf TKprodukte, Dosenware zurückgreifen, angebotene Kochkurse um aus frischen Gemüse Speisen zuzubereiten wurden nicht angenommen. Es gibt Möglichkeiten günstig zu kochen und einzukaufen, aber es fehlt auch bei manchen der Wille dazu.

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    • derbayerx schreibt:

      Hallo Gerda,
      natürlich ist es nicht notwendig daß jemand 1 kg Schweinefleisch für 4 Personen verkocht.
      Das wird es sicher auch geben, aber nicht generell.
      Das ist aber mit Sicherheit nicht bei denen der Fall, für die ich gesprochen habe, der steigenden Zahl derer, die immer mehr in Armut leben.
      Warum gibt es denn so viel Bedürftige, warum gibt es Altersarmut warum die die ganzen Tafeln ?
      Das ist die eine Seite.

      Wir haben gewaltige gesellschaftliche Veränderungen in Verhaltensweisen, im geänderten Konsumverhalten,
      in den Familie und Familienverbänden. Viele Bereiche haben sich total und in nie gekannter Rassanz verändert.
      In meinen und sicher auch in den Augen vieler.
      Das ist die andere Seite .

      Junge Frauen kochen nicht mehr, haben es auch nicht erlernen können, weil ein Großteil deren Mütter bereits selbst nicht mehr kochen konnte.
      ( mit ein Grund, warum ich meinen Blog ins leben rief)
      Wie sollten die etwas weitergeben?

      Natürlich geht da auch ein geistiger Niedergang, eine bestimmte Beschränktheit bei gewissen Bevökerungsschichten einher,
      die Zusammenhänge usw gar nicht mehr verstehen, verstehen wollen.
      Ein Beaerbeitungsfeld für viele Studien und Doktorarbeiten .

      Mir geht es aber zuforderst darum, daß Fleisch nicht verteufelt werden soll!

      Liebe Grüße, Bernd

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      • Gerda schreibt:

        lieber Bernd,

        Zitat: Mir geht es aber zuforderst darum, daß Fleisch nicht verteufelt werden soll!

        das geht leider aus deinem Blogbeitrag nicht expliziert hervor. Was vielmehr ins Auge springt, oder so erscheint ist das sich jeder Fleisch leisten soll, in jeder beliebigen Menge, Qualität und Herkunft …….egal. So kommt es nun mal rüber, ob es so von Dir beabsichtigt wurde oder nicht ;).

        Warum es soviele Bedürftige gibt liegt an einer verfehlten Sozialpolitik, auch mir wird´s himmlich wenn ich an meine potentielle Rente und mein Leben im Alter nur denke.

        Mein Beispiel mit dem 1kg Fleisch für 4 P. ist nicht die Ausnahme, sondern Fakt. So habe ich es im Laufe der Jahre in großen I-net Kochforen, in FB Kochgruppen erlebt. Hauptsache die Menge machts. Genauso wie viele meiner Altersgruppe ca. 50 lieber auf Fertigprodukte zurückgreifen als frisch zu kochen. Ordentlich wirtschaften mit dem vorhandenen Geld ist spießig, es wird einen überall vorgelebt wie einfach es ist auf Pump zu leben.

        Wenn du jeden Tag frisch kochst, erntest du Kommentare wie: „Hausmütterchen“ oder „ich verbringe meine Freizeit anders(besser)“ oder oft nur als spinnert belächelt. Tugenden wie sparsam, genügsam sind uncool, nur konsumieren um jeden Preis ist cool. Warum dann für Lebensmittel mehr ausgeben als unbedingt nötig, hauptsache der Bauch ist voll?

        Und ja, jeder Foodblooger oder überzeugter Frischekoch der mit seinem Beispiel voran geht und zeigt das es auch anders, als mit Fixtüten, Billigfleisch, Tk-fertigkost geht und nur einen einzigen überzeugen kann……..trägt dazu bei ein kleines bisschen die Welt zu retten 🙂

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      • derbayerx schreibt:

        Hallo Gerda,
        gerne will ich noch mal auf deine Argumente eingehen.
        In einem einzigen Artikel wie dem meinigen kann man natürlich unmöglich alle Facetten herausarbeiten und darstellen.
        Daran liegt und lag mir auch nicht. Sondern all das ist mir an einem einzigen Vormittag begegnet:
        Dieses verwunderliche im Reformhaus , bei dem ich tatsächlich den Eindruck gewann ,
        daß manche nicht mehr in die Kirche sondern ins Reformhaus gehen mit ihren Problemen….. siehe dazu auch http://www.youtube.com/watch?v=uUFqFXd-lV0
        Die Geiz ist Geil Mentalität die einen vermögenden Metzgermeister das Leben kostete….
        und zu Mittag die bösartige Beschimpfung von Billgfleischkäufern durch die Studentin.

        Das war 3 x schmerzhaftes Kopfschütteln, Verwunderung über die heutige Gesellschaft
        Und für einen Bericht dieser Länge habe ich glaube ich schon erkennbar deutlich gemacht :
        „Und ganz zum Abschluß möchte ich all denen ins Gebetbuch schreiben daß Fleisch nicht ein Nahrungsmittel für Reiche sein soll und darf. Mitmenschen zu verteufeln und die sich ihr Fleisch z.B. nicht hier* kaufen können ist wiederwärtig und Menschenverachtend.“

        Erfreulich ist, daß es mir gelungen ist daß sich einige des Themas wieder mal besonnen haben.

        Einen schönen Abend möchte ich dir wünschen und
        LG Bernd

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  6. Die Kärntnerin schreibt:

    Es ist wie bei allem, man kann nicht alle über einen Kamm scheren.
    Da gibt es Herrn und Frau ‚Arm‘, die im Fersehen erzählen, dass sie sich die Lebensmittel nicht leisten können und dabei gut ung gerne 150,- für Zigaretten ausgeben.
    Und dann ist das Frau ‚Bio‘, die gern gute Produkte kaufen will, aber nach dem 10. vegetarischen Tag ist ihr Mann auch mit dem tollen Bio-Teuerbraten nicht mehr zu trösten, also sucht sie eben eine andere Lösung.
    Und dann sind da Herr und Frau Geizig, die es sich locker leisten könnten, beim Fleischhauer ihres Vertrauens zu kaufen, es aber nicht tun, weil es ihnen das nicht wert ist… Und und und…
    alles schon gehört, alles schon gesehen.

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  7. Eulchen1943 schreibt:

    Ach ja… es ist schon so eine Sache mit dem Fleisch!!!

    Beim Discounter wird oft billiges Fleisch angeboten und die Mehrheit der Leute kauft eben da ein. Das muss aber nicht heißen, dass ich nur schlechtes Fleisch bekomme.
    Meine Rouladen letzte Wochen waren gut und haben Anklang bei meinen Freundinnen und bei meiner Schwester gefunden.

    Um beim Biobauern zu kaufen, müsste ich motorisiert sein und wer weiß wie weit fahren. Geht aber alles nicht und somit muss ich auf das zurückgreifen, was in meiner Nähe zu kaufen ist.

    Wie auch immer… so abgehobene Leute, die über alle und alles die Nase rümpfen, sind mir auch ein Dorn im Auge.

    Jeder muss sich nach seinem Geldbeutel richten und das ist Fakt !!!

    Liebes Grüßchen und noch einen ruhigen Abend wünscht
    Eva ♥

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    • derbayerx schreibt:

      Eva,
      du kennst mich, so glaube ich, ein wenig besser wie manch anderer Leser von Heute Gibts.
      Ich bin eben kein FoodSnob, bin auch kein FoodDiktator, der anderen mit kategorischer Bestimmtheit und unnachgibig wie wortgewaltig
      das, womit sich andere ernähren sollen, bestimmen, vorschreiben will. Diese intellektuell getarnte Arroganz geht mir zutiefst zuwider.
      Und dagegen hab ich aus einem bestimmten Anlaß Stellung bezogen.
      Nicht Stellung für mich, sondern Stellung für die , die keine Stimme im Konzert der Verbraucherbeschimpfer haben.
      Es ist nach meinen Beobachtungen eine Beschimpfung von oben nach unten; das kann sich jedoch auch schnell wenden,
      denn überall ist festzustellen: die Mitte zwischen oben und unten bricht weg , sprich die Armut steigt.
      Die provokative Frage : „Fleisch für Reiche“ ist also durchaus angebracht!

      Danke für die Schilderung deiner Sichtweise
      Liebe Grüße, Bernd

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  8. Tring schreibt:

    Lieber Bernd,

    gerade wenn du aus einer Metzgerfamilie kommst, kann ich deine Argumentation nicht ganz nachvollziehen. Nein, ich bin keine Metzgerin, also keine Fachfrau, aber ich gehöre bspw. zu den Leuten, die mit eher wenig Geld auskommen müssen und nicht vom Elternhaus subventioniert werden. Trotzdem kaufe ich – wenn irgend möglich – mein Fleisch nicht im Supermarkt.
    Denn erstens möchte ich wissen wo es herkommt, und beim Metzger kann ich nachfragen, und zweitens sehe ich nicht ein warum ich Supermarktketten unterstützen soll, wenn ich Handwerksbetriebe ums Eck habe, die gute bis sehr gute Qualität liefern. Ich will, dass sie bleiben (das gilt nicht nur für den Metzger), folglich muss ich dort einkaufen gehen.
    Ja, Metzgerfleisch ist deutlich teurer, aber ich habe darauf reagiert, indem ich einfach deutlich weniger Fleisch esse und mich bspw. an anderer Stelle ein wenig einschränke. Die Frage für mich ist letztlich, was einem das ganze Wert ist. Ich gebe dir aber absolut recht, dass es wenig Sinn macht 20km Sprit zu verfahren, nur um beim nächsten Biometzger einkaufen zu können (ich habe Gott sei Dank die Biohöfe alle ums Eck). Und man sollte auch niemanden verteufeln, der im Supermarkt sein Fleisch kauft – letztlich ist das ja eine persönliche Entscheidung, die jeder alleine treffen muss. Ich kann für mich nur sagen, dass es trotz sehr geringem Einkommens definitiv möglich ist sein Fleisch beim Metzger zu holen!
    Liebe Grüße, Tring

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    • derbayerx schreibt:

      Hallo Tring,
      wir sind da völlig auf einer Ebene!
      Und selbstverständlich gehört auch Einsicht dazu wie du deutlich machst. Doch die kann man sicher nicht von allen Bevölkerungsschichten einfordern.
      Denn wer mit einem Zehn-Euroschein zum einkaufen geht, gehen muß, wird den nur ungern zuerst beim Metzger liegen lassen.
      Wenn sie beim Discounter fürs gleiche Geld den Braten mitsamt den Beilagen erstehen können. Das ist eben auch Realität.

      Mir geht es darum, daß man die nicht verteufeln soll und darf, die es sich nicht leisten können Edelfleisch kaufen zu können.
      Denn langsam geht es in diese Richtung .

      Und etwas noch, Tring , ich habe schon als kleiner Junge die Leute nicht verurteilt, die nicht in der elterlichen Metzgerei einkaufen konnten,
      sondern in der Freibank. Und ich werde auch heute den großen und immer größer werdenden armen Anteil der Bevölkerung nicht beschimpfen, nur weil sie sich
      kein teueres Fleisch leisten können.

      An der Fleisch Misere ist in erster Linie die Politik schuld, die noch immer der industriellen Fleischerzeugung, Schlachtung, Verarbeitung und Vermarktung den Vorrang gibt und nicht dem Handwerk. Das Rennen haben die Metzger längst verloren, bis auf die wenigen die NOCH da sind.

      Vielen Dank für deinem Kommentar
      und schönes Wochenende!

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  9. Annely schreibt:

    Gute Ware macht gutes Essen ? nicht unbedingt , die Tatsache liegt im Koennen, also der Zubereitung und damit happert es natuerlich gewaltig wenn man nur noch lernt wie man den Micro bediehnt .
    Aber egal wo oder weshalb man sein Fleisch kauft , ein bissl weniger davon auf dem Speiseplan waere ein guter Schritt, nicht nur wegen der Gesundheit ..
    Auch ein „Streichelzoo'(wie brutal) oder Biobauer Schlachtvieh traegt damit bei unsere Unwelt noch mehr zu belasten.
    Zwar bin ich nicht ueberzeigter Vegetarier, aber mein Speiseplan ist fast Fleischfrei, abgesehen von meiner Zuneigung an gekochten Schinken, der mir den ueblichen Sonntagsbraten ersetzt . .Ich lebe gut damit und geniese meine Mahlzeiten, , effident beim Unfang meiner Hueften und den sehr guten Kaesesorten in meinem Kuehlschrank !
    Es ist nicht so interessant fuer nur ein Person zu kochen , man wird faul !
    Ich verstehe jedoch Deine Reaktion , Bernd . Arroganz in jeder Form ist unattractive und Vegan ist mir ein totales Raetsel , ebenso ein Leben ohne Schokolade !!!!
    Ich wuerde wohl eher allen Fleischsnobs raten die Vielfalt vieler Kuechen zu erforschen um zu lernen dass mit dem „billigsten “ Fleischangebot sehr feine Sachen gekocht warden koennen
    Der Schweinebraten und Kloess regelt nicht die Welt
    Gruss,
    Annely

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    • derbayerx schreibt:

      Hallo Annely,
      das hast du mal wieder vorzüglich ausgedrückt .

      Du siehst aber daran wie unterschiedlich und leidenschaftlich dieses Thema hier betrachtet wird.
      Ea gab sogar welche, die dabei ausfällig und persönlich wurden, so kontrovers sind die Ansichten.

      Dir ein schönes Wochenende !
      LG Bernd

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  10. Annely schreibt:

    und hier lieber Bernd,

    die beste Loesung „billig Fleisch oder nicht“

    wir werden alle

    Fruitarier!!!

    und essen nur noch Obst oder Gemuese das vom Baum, Busch oder Stengel gefallen ist und wir somit der Pflanze keinen Schmerz verursachen !!!!!!

    Frutarier (von englisch Fruitarian, Kunstwort aus fruit „Frucht“ und vegetarian „Vegetarier“), auch Fruitarier, Fructarier, Frutaner, Fruitaner oder Fruganer genannt, sind Menschen, die eine streng vegetarische (vegane) Ernährungsweise auf der Basis von Früchten befolgen. Diese Ernährungsweise wird als Fruitarismus oder Fruganismus bezeichnet.[1] Nach der Einschätzung des Vorsitzenden des Vegetarierbundes Deutschland Thomas Schönberger gibt es in Deutschland nur eine sehr kleine Gruppe von Frutariern.[2]

    Annely, jetzt mal schnell sieht was sie aufsammeln kann

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    • derbayerx schreibt:

      Super !

      du darfst aber nur Früchte aufheben, die weich und sanft gefallen sind und sich nicht weh getan haben.
      Die haben ein länger andauerndes Schmerzgefühl, das sich erst gelegt haben muß….

      LG Bernd

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