Spargel, nix wie Spargel ( Teil 2 )

Der Spargel – ein edles Gemüse

Schon die alten Ägypter wußten das edle Gemüse zu schätzen. Damals vor 5000 Jahren war der Spargel allerdings noch hauchdünn und grün.

(Etwa so wie wir ihn auch noch heute als „wilden Spargel“ kennen)

Der planmäßige Anbau begann unter den römischen Kaisern vor etwa 2000 Jahren. Er war zwar immer noch grün, aber schon einiges dicker.

Im 5. Jahrhundert verschwand er mit dem Untergang des Römischen Reiches und wurde erst im 17. Jahrhundert diesseits der Alpen von Mönchen wieder angbaut.

Über viele Jahrhunderte galt Spargel dann eher als Arzneimittel als ein Nahrungsmittel, denn die heilende und gesunde Wirkung ist lange bekannt und kannten nach den Chinesen schon die Ägypter, Griechen und dann die Römer. Damals lieferte Germanien Spargel ins römische Reich heute ists eher umgekehrt.
Gegen ende des 19. Jahrhunderts dann mit der Industrilisierung, besseren Transportmöglichkeiten  und Konservierungsmöglichkeiten blühtr der Spargelanbau auf.

Damals enstanden die so sehr bekannten Spargelanbaugebiete:

Zu Weltruf gelangte  Schwetzinger Spargel mit den Sorten „Lucullus“ und „Meisterschuss“ . Bereit seit 1894 gibt es den Schwetzinger Spargelmarkt.
Seither gibts die badische Spargelstraße mit Schwetzingen, Bruchsal, Reilingen

Oder den Bensheimer an der Bergstraße

Den bekannten Schrobenhausner, Pfaffenhofner in der Nähe Augsburgs

Selbst bei den Preißn,  z.B in der Belitzer Gegend beit Potsdam/Brandenburg
oder die „Niedersächsische Spargelstraße“   mit Burgdorf
selbst in der Lüneburger Heide, im Wendland sind Anbaugebiete von Ruf
und und und…

 

Heute erlebt Spargel wieder eine regelrechte Ranaisance, die Anbauflächen steigen wieder.
Die Gründe dafür zu finden fällt nicht schwer. Längere  Zeit war Spargelanbau wegen des intensiven Einsatzes „Faktor Mensch“ unrentabel geworden und auch immer teuerer.
Der gute Preis der sich mit Spargel erzielen läßt, ist jetzt sein Segen. Überall gibt es pfiffige Landwirte die sogenannte Spargelhöfe eröffnet haben.  Sie haben Dank der Öffnung in den Osten heute Möglichkeiten Erntehelfer zu finden die für 2, 3 Monate kommen und wieder nach Hause ziehen. Für die geringe Entlohnung, die harte Knochenarbeit fanden sich verständlicherweise keine deutschen Arbeitskräfte.

Zugleich ruft der hohe Marktpreis des Spargels auch Entwickler auf den Plan die Maschinen Konstruieren, die auch einen großflächigen Anbau rentabel machen und die Man-Power senken. Auch die Umstrukturierung der Landwirschaft und die enorm großflächig gewordenen Betriebe gerade im Osten tragen zu dieser Entwicklung bei.
Mit Osten meine ich nicht den Osten der BRD sondern auch die osteuropäischen Länder.
Mit dazu beigetragen hat dabei vor allem die BIO Bewegung und, daß auch die großen Diskounter BIO in ihr Programm aufgenommen haben.
Diese benötigen riesige Mengen und das vor allem fortlaufend und dauerhaft.
Von „Grünen“ die  romantisch verklärt  wöchentlich 5 Pfund Karotten ernten,  zuhause sitzen Pullover häkeln,  und nebenbei Marmelade kochen war dies nicht zu erwarten.

Heute werden BIO Produkte auf  unvorstellbar großen Flächen angebaut, meist leider in Monokultur.
Was mit Bio geht , geht natürlich auch mit konventionellem Anbau.
Ein weiterer Faktor der unabdingbar dazugehört, sind die enorm niedrigen Transportkosten. Gerade Spargel wurde mehr oder weniger direkt am Verbraucher angebaut wegen der kurzen Wege, den Spargel soll so frisch wie möglich auf den Tisch. Verdeutlichen tut dies eines: obwohl  Spargel aus Israrel, Peru , Chile eingeflogen wird ist er dennoch so günstig, das er als Sonderangebot vom Handel angeboten werden kann und behauptet sich. So ist der Handel und der Verkauf des  früher eher komplizierten Produkts Spargel bedeutend leichter geworden.

Allerdings nimmt man heute noch gerne die Preise, die Spargel früher wegen der teuren Manpower hatte, wegen des teuren Transportes, wegen Transportverlusten (Verderb) hatte.

Das wird sich sicher noch ändern.

Denn: mit der oben geschilderten Entwicklung sind die großen Diskounter Teilnehmer am Markt.  Noch gelingt es durch Eigenvermarktung der „Spargelanbauer“,
der „Spargelhöfe“ den Preis hochzuhalten.                                                                                Allerdings befürchte ich nicht mehr lange !
Denn dem Verbraucher wir es nicht mehr zu vermitteln, sein warum der Spargel vom Verkaufsanhänger eines Spargelbauern ,  der sich auf dem Parklatz eines Einkaufzentrums niedergelassen hat,  wie gesehen 5-7  Euro  das Pfund kostet,  und  50 meter weiter bei Aldi 1.98  ..

Dazu ein Beispiel :

Freunde und Bekannte die sich vehement über die hohen Preise für Spargelgerichte in Restaurants beklagten, hauten mich aus diesem Grunde an,
ob ich der Spezialist, ihnen nicht mal Spargel  machen, könnte, wollte ,sollte, würde. Preiswert halt und reichliche Portionen.
Gut ich ließ mich vor lauter Lobhudelei breitschlagen und sagte zu.
Nur traf mich dann der Schlag: einer hatte das in die Hand genommen und eine Liste umgehen lassen.
Als ich sie 3 Tage später erhielt standen 97 Portionen darauf in Worten siebenundneunzig!
Ich war fix und fertig und raufte mir die Haare, denn nun muß ich euch noch sagen wo das stattfinden sollte :
in einer Anglerhütte  ohne extra Küche, und  an einem Fischweiher ohne Strom und nur einem Propangasgerd.

Kurzum klar hab ich das hinbekommen, sogar prima.

Ich hatte an ein paar Leutchen gedacht und wollte einen Korb Spargel vom Bauern holen. Jeder sollte 1 Pfund geschält erhalten mit Schälverlust  also etwa 800-850 gr.
Nun brauchte ich schon etwa 85 Kilo , knapp 2 Zentner. Auf die Kürze brachte ich soviel von keinem Bauern bei.
Sah aber bei Aldi ganz klasse Ware aus der Pfalz. Kurzum , ich fragte den Filialleiter, ob ich am Samstag die gewünschte Menge haben könnte, aber ganz , ganz frisch.
Ich bekam sie.  Und ich habe sofort zu Hause eine Probe gekocht : ich sage euch , beste Ware, total frisch vom Vortagsnachmittag und zu 1.98 Euro das Pfund

Alles war total begeistert! Ich habe bis auf  3, 4 Eingeweihte alle 90 angeschwindelt die mit vollem Brustton meinten, ja das ist halt was, heimischer Spargel!

Fortsetzung folgt!

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