Spargel , nix wie Spargel…. ( Teil 1 )

Wo der Main seine schönste Schleife macht, liegt Volkach mit seinen sonnenverwöhnten Weinbergen inmitten des Fränkischen Weinlands.
Unterhalb der Hänge schlängelt sich der Main und lagerte in aber tausenden von Jahren Sand ab. Und diese sandigen Böden sind es die einen Spargelanbau ermöglichen.
Und so gesellt sich in einer reizenden Landschaft zusammen, was zusammengehört :

Köstlicher Wein und köstlicher Spargel.
Volkacher Spargel – Spargel von der Mainschleife

Ein Schneider, der weit in der Welt umher gereist war, brachte den Spargel bereits 1670 mit nach Franken.
Bereits im 18. Jahrhundert wurde der herausragende Geschmack und die einzigartige Qualität des Spargels aus dieser Region gefeiert.
Die besondere Qualität des Spargels gründet sich im Klima sowie im Anbau in den typischen fränkischen Tonkeupergebieten, den sandigen Böden des Jura,
des Nordbayerischen Hügellandes, der fränkischen Platten, des Spessarts und der Rhön.

Jetzt beginnt sie wieder, die 5.Jahreszeit

Für manchen ist Spargel halt nur einfacher Spargel, ein Gemüse wie jedes andere.
Gut, da gibt es den einen oder anderen, der ihn besonders gerne mag und der zur Spargelzeit auch das eine oder andere Pfund der edlen Stange verdrückt.

Bei mir und dem Spargel sieht das etwas anders aus. Wir sind mystisch miteinander verbunden scheint es.
Viel viel Zeit habe ich mit ihm verbracht. Habe mit ihm Nächte durchgemacht. Bin tag-täglich wegen ihm durch die Weltgeschichte gefahren.
Gehetzt und unermüdlich hat er mich getrieben wie eine läufische Hündin den Rüden. Habe ihn geliebt und gehaßt.
Dann wieder strahlte mein Herz wenn  die Stangen aneiander reibend dieses typische Quitschen beim Spargel hervorrufen.

Wieviel brauche ich heute Mittag ? 3 Zentner, 4 Zentner oder doch 5 ?
Verfluchen konnte ich die Bäuerli,  wenn sie mich anlogen „ich hab nix“ .
Dabei  stand der mir versprochene, zugesagte Spargel steigenweise  voll frischer Ware um die Ecke in der Garage, fein säuberlich mit Namen  der Privatkunden versehen….
nur weil sie dem Privaten ne Mark mehr abknöpfen konnten als mir. Also weiter gings, immer weiter,weiter…

Zu Hause wartete alles auf den Spargel. Wieviel bringt er, wieviel brauchen wir ? wieviel Reservierungen sind da, wieviel Busse sind angemeldet. Wieviel Portionen werdens heute ? Jeder im Hause ob Zimmermädchen oder Bürokraft, wer immer Zeit hatte war verdonnert zum Spargel schälen. Und: Kartoffel schälen, neue Kartoffeln, denn zumSpargel gehören Kartoffeln . Selbst meine kleine Tochter rannte mit einem Spargelschäler  statt ihrer Lieblingspuppe herum.

Zuguterletzt hinaus auf die Äcker, die Felder. Mit den Frauen verstand ichs besser. Allen Charme einsetzend shakerte ich mit Weibern,
die ich sonst nicht eines Blickes würdigen würde, nur um genügend Spargel,  „frischen Spargel“ zusammenzubekommen.
Tag für Tag ging das so : 2 mal: vormittags und nachmittags . Der Spargel vom morgen war für das Abendgeschäft bestimmt,
der vom Abend für anderntags zum Mittagsgeschäft im Restaurant.

Und so ging das bis Johanni, den 21.Juni, dann war Schluß mit der Hetzerei….damals in meinem Amtsgericht

Überall in der Gegend sieht man die Schilder an den gastlichen Wirtshäusern
die  Passanten auf das aktuelle Angebot hinweisen.
Fortsetzung  folgt
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