Metzelsuppe — Gutes aus alten Zeiten —

Metzelsuppe

Manch einer wird sie gar nicht mehr kennen,
denn man bekommt sie heute fast nirgendwo, und wenn, dann sind dort die Wirtshäuser
proppenvoll weil jedem nach dieser schmackhaften Suppe ist.

Und vielen kommen Kindheitserinnerungen Erinnerungen an Oma und Opa, an Schlachttage wie sie auf dem Land von Haus zu Haus üblich waren. Würste und Fleisch im Waschkessel
gekocht waren, das eine oder andere Wuersterl aufplatzte und eine wunderbar kräftige Wurstsuppe ergab, die

Metzelsuppe

Auch ich erinnere mich, denn meine Eltern hatten nach dem Krieg eine Metzgerei eröffnet und Dienstags war Schlachttag. Da ging es immer heiss her in der Werkstatt im Dampf des kochenden Kessels, den beschlagenen Fensterscheiben und dem emsigen Treiben der Metzgergesellen, bis endlich alle Würste abgekocht und aus dem Kessel waren.

wie hier bei meinem Freund  Harald Mahr (Cohama)

 

Und das war immer mein Job, meine Aufgabe am Dienstag nachmittag, denn draussen vor der Werkstatt standen sie schon Schlange….. nach Ihrer Kesselsuppe. Die Leute hatten manchmal schon tags davor ihre Milchkaennchen samt Namensschildchen daran abgegeben, um ja eine Kesselsuppe zu bekommen. Denn oft waren mehr Kannen da als Suppe im Kessel, denn es war eine arme Zeit damals und die Suppe kostete nichts. Also bekam ich ein Schemelchen hingestellt , umringt von 40, 50 Milchkaennchen in allen Farben und Groessen und es war es meine Aufgabe die Suppe so auf die Kännchen zu verteilen dass jeder etwas bekam. Und vor der Tuere warteten die Kunden bereits und einer um den anderen bat mich ihm doch etwas mehr Suppe oder Fettaugen zu geben…….


Wer so viele sehnsuchtsvolle und hungrige Augen nach einer Kessel oder Metzelsuppe sah wie ich, der vergisst solche Bilder nicht. Damals mochte ich diese Suppe nicht, doch im laufe der Jahre änderte sich das.

 

 

 

 

Diese Suppe ist also eine konzentrierte Brühe, die bei der Herstellung von Koch- und Brühwürsten in Metzgereien oder beim traditionellen Schlachtfest durch das Garen von Fleisch, Leber und Würsten im gleichen Kessel anfällt.

Um aus dieser Kesselsuppe eine gediegene Metzelsuppe zu machen hatte jede Hausfrau, jedes Wirtshaus eigene Vorstellungen. Denn verbessert oder neudeutsch aufgemimpt wurde sie dadurch dass man Blut und Leberwuerstchen nahm die Haut abzog und in der Suppe verlaufen liess. Auch Rueben, Kartoffelstuecke wurden verwendet. Hier im fränkischen wird die Metzelsuppe gerne mit Wasserspatzen leicht gebunden.

oder auch  so

Und  wenn du das  nachmachen  willst, frag  bei  einem ordentlichen Metzger nach und  er möge  dir eine Kesselsuppe reservieren. und  du  Pimpst sie dir dann  nach Gusto  auf !

 

Guten Appetit !

 

 

 

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