Fränkischer Zwetschgenkuchen

.

Zwetschgenkuchen im Bernd‘s Style

In meiner  fränkischen Heimat  ist  der gängigste  Kuchen wohl  der

„ Zwetschgenblatz „

jedem ist er  von Kind auf  bekannt aus  jeder  Bäckerei, von Oma,  von Tante und  von Mama natürlich.

Ich kann mich noch gut erinnern  daß  es  früher  in  kleinen Landbäckereien  gar nichts  anderes  gab,
als  die  großen,  riesigen Räder   mit 60, 70 ja  80 cm  Durchmesser  von  Blatzen (Blootz):

Zwetzschgenblatz,  Käseblatz,  Zwiebelblatz

und viele mehr

Mag  er etwas  an  Anhängern  verloren haben und nicht mehr  ganz so “modern“  in Zeiten  von Cup-Cakes und  Fondantbasteleien sein,
so ist er dennoch  immer  noch  einer  der  beliebtesten  Kuchen.

Als Episode am Rande darf  ich erzählen,  daß in meiner Familie  der gekaufte Zwetschgenblatz vom Bäcker nicht beliebt  war,
ja gar nicht  auf den Tisch  durfte, er  wurde  einfach nicht gegessen.
Warum:   die holden Schwestern  hatten  beim Entkernen geholfen und festgestellt,  daß  die gekauften  Zwetschgen fast ausnahmslos wurmig  waren.
Fortan  durfte  nur  Zwetschgenkuchen auf  den Tisch,  bei  dem die Schwestern  selbst jede einzelne  seziert und von allen Seiten begutachtet hatten.
Und  Oma wurde  ausgeschlossen , sie  hatte einmal  ein Würmchen übersehen und  wurde verbannt vom Tisch
Erst  nach doppelter Kontrolle durfte Mutter  das belegen beginnen.
So  rauhe  Sitten können Zwetschgen  hervorrufen !

Aber keine  Bange,  auch ich ziehe  die Brille  an, wenn auch nur  aus  Gewohnheit….

Nun laßt uns  aber beginnen .
Ich wollte  diesmal  keine Tarte,  mit  einem Mürbteig,  sondern einen  schönen fluffigen Hefeteig , der  aber  dafür in einer Tarteform .
Dann  aber  wollte ich  nicht einen  gewöhnlichen  Blaatz  sondern  schon eine  etwas  feinere  Note, etwas  besonderes  halt,  einen

Zwetschgenkuchen im  Bernd`s Style….

 

Was soll da anders  sein,  wurde ich schon auf FB  gefragt .

Ganz einfach:

1. Ich backe  den Boden  erstmal  ohne Belag !
2. Die  Zwetschgen   werden  confiert,  also  werden auch für sich alleine, also separat
entkernt und halbiert  oder  geviertelt dann reichlich mit Zucker bestreut und
in den Ofen geschoben .  Aber  nur  solange  damit  der Zucker  leicht  zergangen und
ein wenig caramelisiert ist.

Was  bewirkt  das: 
zu einen bleibt   der Boden  sehr  fluffig,  da  er sich nicht so mit dem  Zwetschgensaft vollsaugt, den Zwetschgen nicht wie ein Schwamm  die Feuchtigkeit entzieht.
Die Zwetschgen  sind  auch nicht  so  weich und „zerkocht“  da  die  Confierzeit  weitaus kürzer ist,  als  die Backzeit bei einem  normal belegten Blatz.

Nun zum Hefeteig :

300 g Mehl
1/8  l  Milch
1     Päckchen Hefe  (oder halben Würfel ) 1/2 Tasse Milch, 1EL Zucker                  50   g Zucker,
1     Prise Salz
70   g Butter
1     Ei                        

1. Hefe in ein wenig lauwarmer Milch mit 1 Teelöffel Zucker verrühren.

2.  300 g Mehl in eine Schüssel geben, eine Mulde  bilden, die flüssige Hefe dazugießen und
mit wenig Mehl überstäuben.
Diesen  Vorteig  abdecken und gehen lassen,  bis er doppelt  groß ist.

3.  Dann die weiche Butter,  den Zucker,  das  Ei und 1 Prise Salz zugeben, alles  verrühren
und kneten bis er sich von der Schüssel löst.
Teig abdecken und an einem warmen Ort eine Stunde gegen lassen.

Jetzt kannst du etwa  500  gr  Zwetschgen waschen,  halbieren und entsteinen.
diese  dann auf  mit  der  Haut nach unten auf  ein Blech legen und gut mit  Zucker  bestreuen.
Und ab in den Ofen zum confieren,  mittlere  Schiene  bei   etwa  200 gr. und gut beobachten.
Dabei  soll  der Zucker  nur schmelzen und caramelisieren  und sofort  wieder heraus  und auf die Seite  stellen.


vor dem confieren
nach dem confieren

4.  Den  Teig nach dem Gehen ganz leicht durcharbeiten. Die eine Teig- Hälfte mit  der Hand
flach  und ensprechend  der Form ausdrücken  und dann in der  gefetteten Tarteform
auslegen und  allseits andrücken, den Boden mehrfach gut einstechen mit einer Gabel
und  ab  geht es in den Ofen  200 gr , und  zwar erst  nach ganz unten  etwa  10-12 min
Restzeit  mittl. Höhe

Backzeit  etwa  gute  2o/25 min.  , der Hefeteig soll dabei  allenfalls minimal  Farbe nehmen .

Dann aus  dem Ofen nehmen.

Den  Teig  mit etwas  Zwetschgenmus/Marmelde  auspinseln  und dann darf mit den zuvor  confierten Zwetschgen  belegt werden:
dunkle  Seite  nach unten  Fruchtseite  nach oben.
Nun  nach  der Hochzeit von Teig und Frucht nochmals  gut mit Puderzucker  bestreuen und nochmals kurz  in den Ofen,
oberes  drittel  (etwa  4-5 Min) und den Zucker zergehen lassen.

Und dann ist es  soweit :
fertig ist ein  herrlicher  Zwetschgenkuchen nach Bernd‘s Art:


Guten Appetit  beim nachmachen.

Oder   aber die  Zwetschgenkucherln nachmachen  auf der nächsten Seite.

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