Tiroler Rostbraten der zauberhafte Klassiker

.

Schon seit einiger Zeit steht ein ganz besondere Gericht auf meiner Kochliste.
Es ist ein Gericht österreichischen Ursprungs, das ich auch dort kennen und lieben gelernt habe.
Es war und ist auch heute noch kaum in deutschen Küchen anzutreffen. Warum, ist mir eigentlich ein Rätsel.


Tiroler Rostbraten

Außerdem erfülle ich hiermit den Wunsch zweier Damen, die sich wünschten daß ich einmal einen Rostbraten zubereiten sollte. Ich liebe nämlich die   Habsburger Küche und eines meiner ersten Kochbücher war das Sacher Kochbuch  und ist auch eines meiner Lieblingskochbücher geblieben. Diese Kochbuch ist ein absolutes muß für jeden, der Kochen liebt. Sozusagen ein Standartwerk.  Denn darin sind noch alle Arbeitsgänge  auf klassische Weise erklärt und beschrieben, unter fachlichen Grundsätzen . Und nicht nach „Küchenfuzzi – Manier“  mancher TV Küchen -Entertainer.

Wie man es betrachten will, das Glück des Rostbratens ist es daß er nicht wie so viele andere Speisen vereinfacht, verhunzt und auf das geringste Maß an Arbeit und Aufwand zu reduzieren geht. Sonst wäre er womöglich auch schon auf Unkenntlichkeit degeneriert worden. Das ist aber auch sein Nachteil denn er erfordert eben einige Arbeitsgänge und Hinwendung.

Und genau diese Zuwendung habe ich heute meinem Rostbraten geschenkt.
Und Fleisch hatte ich auch ein vorzügliches besorgt. Kein Roastbeef , oder Beiried, sondern  eine hervorragende gut abgehangene  Rinderhüfte hatte ich mir  besorgt. Nun war ich noch am abwägen, welchen Rostbraten ich zubereiten solle von den 3 bekanntesten Varianten, den

Wiener Zwiebelrostbraten
Tiroler Rostbraten
Esterhazy Rostbraten

Und ich entschloß mich einen Tiroler Rostbraten zuzubereiten.

Also dann gehts los:

1. Rinderhüfte  ( oder Roastbeef)  in gut fingerdicke Scheiben schneiden
diese Supermarkterfindung : „Rinderschnitzel“ haben da nichts verloren
2. Das Fleisch in Mehl gut wenden
3. In heißem Fett fest anbraten so daß es gut Farbe kommt, herausnehmen
4. In die Pfanne nun sogleich feingeschnittene Zwiebel, Lauch, Karotten
Sellerie geben, mit einem EL Tomatenmark anschmoren, mit Mehl stauben,
mit Rotwein ablöschen  und dann gut mit etwas Brühe (oder Jus) aufgießen
damit sich der Bratansatz löst.
5. Da hinein kommen nun die zuvor gebratenen Fleischstücke und
so lange schmoren bis das Fleisch mürbe ist. Je nach Fleisch gut eine
Stunde, eher mehr. ggf dazwischen etwas angießen.

Nun hat man Zeit sich um die Zwiebeln und die Beilagen zu kümmern.

Röstzwiebeln:
1. Zwiebel schälen, In Ringe schneiden oder Hobeln (nicht zu dünn)
2. In Mehl wenden
3. In einem 1/4 Ltr Öl ausbacken bis sie leicht Farbe bekommen,
auf Küchenkrepp abtropfen lassen

Beilage : 
Mir gefällt am besten eine Nudelbeilage dazu, daher habe ich meine selbst gemachten Tagliatelle  zubereitet.

Ich habe UR-Karotten bekommen, werden auch Violette Karotten genannt,
diese wollte ich unbedingt dazu. Überlege: als Karottensalat oder doch leicht karamelisiert  mit Butter und Puderzucker?

Nach einer Stunde etwa das Fleisch herausnehmen, die Sauce passieren und mit S+P abschmecken.

Dann darf es losgehen das Anrichten.

Hier meine Interpretation eines Tiroler Rostbratens ,
einmal mit und einmal ohne das Karottengemüse

und  hier mit Karotte:

Guten Appetit beim nackochen dieses Klassikers

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Heute gibts: aktuell abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

9 Antworten zu Tiroler Rostbraten der zauberhafte Klassiker

  1. Werner schreibt:

    Gute Idee Bernd. Habe ich ja schon ewig nicht mehr gemacht. Und jetzt wo du es hier zeigst, weckst du schlagartig Gelüste ein mir.

    Ciao Werner

    Gefällt 1 Person

  2. Das gefällt mir sehr! Danke für das Rezept, wird nachgekocht! Gruß Biggi

    Gefällt mir

  3. Achim schreibt:

    Hallo Bernd

    Ich staune immer wieder über Deine kulinarische Bandbreite und Vielfalt.
    Großes Kompliment

    Grüße Achim

    Gefällt mir

    • derbayerx schreibt:

      Ach Hallo, Achim!

      das freut mich aber richtig….
      Tja , früher habe ich ja eher wenig gekocht , sondern ließ kochen.
      Daher macht es mir heute Freude immer wieder zu sehen, daß ichs doch noch kann.Lach 😉 Nein, Kochen ist für mich keine Arbeit sondern Vergnügen. Und meine Liste was ich demnächst mal kochen könnte, sollte , wird auch nie kürzer….
      Übrigens : ist jetzt gerade ein Jahr her, seit dem Treffen.
      Wenns im Winter mal nach Ö geht , komme ich mal vorbei….

      Tschö, dir und deiner Gattin beste Grüße !

      Gefällt mir

  4. anja zimtschnegge schreibt:

    Dein Tiroler Rostbraten sieht gut aus ! kannte nur den klassiker zwiebelrostbraten . Danke für die variante ! gruss, anja

    Gefällt mir

    • derbayerx schreibt:

      butte, bitte

      gerne. Werde demnächst wieder mal einen anderen machen. Es gibt ja einige Variationen.
      Nur verschwindet immer mehr davon.
      Wo gibts noch die gute bodenständige „Bürgerliche Küche“. Selbst in Österreich verschwinden immer mehr solcher Gerichte von den Speisekarten…

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s