Pilze suchen in Franken

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Pilze suchen im Gramschatzer Wald
Es hatte mich wieder mal gereizt.
Von Kind auf „gehe ich in die Pilze“ . Wir waren zu Hause 6 Kinder alle Quitsch Fidel, noch dazu ein Geschäftshaushalt. Da war des Öfteren angesagt:
wir gehen in den Wald . Und weil Kinder nicht zum spazierengehen neigen,
wurde das Pilze suchen damit verbunden.

Meist waren wir mit Vater unterwegs und Mutter war froh, wenn die Rasselbande mal aus dem Haus war. Doch Vater war alles andere als ein Naturfreak und von Wald, Wiesen und Getier hatte er keine Ahnung, von Pilzen schon gleich gar nicht. Und meine Mutter kannte nur Steinpilz, Pfifferling und Birkenpilz, daher kam ihr nichts anderes in den Topf.

Aber wir Kinder fanden ja alles mögliche und wollten uns nur ungern von diesen trennen. Also  kam eine ganz spezielle und auch verantwortungsvolle
Aufgabe auf mich zu. Vater hatte ausfindig gemacht, daß der Pilzexperte der Stadt Würzburg  der auch der Pilzberatungsstelle vorsaß unweit von uns wohnte.  Nach dem nächsten Pilze sammeln wurde ich mit einem Korb voller Pilze zum Experten gebracht. Dieser, ein älterer Herr war Biologe und ein totaler Pilzexperte der auch auf der Uni lehrte. Dann hatte er eine großväterliche ruhige , besonnene Art und konnte herrlich erklären.

Es machte auch mir Freude zum „Experten“ der Familie zu werden und machte mir diebisch Spaß , wenn mein Vater mich im Wald herbeizitierte und ich ihm erklären sollte um welchen Pilz es sich handelt. Noch schöner war es
wenn wir  Pause machten. Denn da besuchten wir ein Waldhaus das mitten im Wald liegt. Herrlich schön gelegen und jedem Würzburger von Kind auf bekannt und vertraut.

Das war stets ein Anlaufpunkt für Pilzsammler die dort stolz ihre Funde zeigten oder einen Blick in den Kofferraum auf die Schätze ermöglichten.
Und:  immer wieder kamen Pilzsucher,  zeigten ihnen unbekannte Pilze und fragten andere um Rat. Und ich der Knirps avancierte zum Berater, der anderen Erwachsenen Pilze erklärte  und Namen nannte. Und ich wußte  bald ziemlich viel, denn von Frühjahr bis in den Herbst gingen wir in die Pilze und ich zum Pilzbarater der mir bald  sehr vertraut war und der seine Freude an mir wegen meiner Wissbegierde hatte. So ging das 2, 3 Jahre Sommer für Sommer.        Dann kannte ich die wichtigsten Pilze unserer Gegend aus dem FF.
Amüsant war auch, wenn ich mal am Würzburger Markt war, wo sich die Pilzberatungstelle befand.
Zur Verwunderung der Ratsuchenden und Passanten ging ich Knirps hin warf einen Blick in die Körbe und erklärte den Leuten, was sie so gefunden hatten.
Für mich erfreulich, für die Erwachsenen eher verwunderlich , daß der kleine Bursch sich so auskannte. .

Nach einigen Jahren war ich nun gestern erstmals wieder „in den Pilzen“.
Animiert von den Funden aus Facebookgruppen.  Und sofort fühlte ich mich wie zu Hause „in meinem Wald“ den ich durch und durch über Jahrzehnte kenne. Eines nur regte mich auf: es wird nichts mehr ausgeräumt aus den Wäldern : das Geäst gefällter Bäume wird liegen gelassen  und die Wälder sind voll davon, so daß man ständig ausweichen muß  und zu einem Hindernisläufer wird. Anstrengend, sehr anstrengend das ganze.

Noch dazu wenn man nichts findet.
Einfach zu trocken die Wälder hier.
Denn überall regnete es, nur hier im Umkreis Würzburgs nicht.
Jetzt diese Tage nicht und Wochen zuvor auch nicht.
Keine Witterung für Pilze.

Also wurde eingekehrt im „Waldhaus Einsiedel“ das ich von Kind auf kenne und oben geschildert habe.

Dafür ging es anderntags zum Gemüsehändler und ich holte mir so eine 1 Kilo Steige Pfifferlinge.


Was ich davon gemacht habe steht dann im nächsten Artikel.

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