Zum aufwärmen : Fränkische Metzelsuppe

Heute ist Allerheiligen.

Das Wetter passend dazu, alles grau in grau und A…kalt.
So wie man sich eben Allerheiligen vorstellt.
Bei 3 Grad draußen geht man dann auch etwas schneller als sonst und man  hat es eilig, wie die andern am Friedhof eben auch.
Kein Wunder daß man dann froh ist wieder zu Hause in der warmen Stube zu sein.

Und dann erhellt ein Blick in den Kühlschrank das Gemüt:
Da steht unübersehbar das Plastikeimerchen mit Kesselsuppe und lacht mich an.
Jaaaaa das ist jetzt genau das Richtige , eine

Kesselsuppe mit Ribeli
eine
Metzelsuppe mit Spatzen

Als ich dieser Tage wieder mal Lust hatte, etwas hausmacher Wurst zu machen, war natürlich all die Brühe in der das Fleisch und später die Würste kochten übrig.
Eine Brühe voller Geschmack, voller Würze und gar nicht so Fett.

Ein Eimerchen davon habe ich mir aufgehoben.

Und ich erinnerte mich an meine Kindheit, als ich in der Metzgerei zu Hause von den Gesellen einen Schemel an den Kessel gestellt bekam.
Um mich herum zwei, drei Quadratmeter voller Milchkannen.
Ja Milchkannen.
Sie wurden am Schlachttag zweckentfremdet und mit einem Namensschildchen versehen zum Metzger gebracht, für Kesselsuppe.

Und meine Aufgabe war es nun, die Milchkannen der Kundschaft zu füllen.
Draußen warteten schon welche , riefen ihren Namen, andere kamen und andere gingen mit der wertvollen Kessellsuppe auf kurzem Wege nach Hause.
Und immer wieder wurde ich gebeten viele Fettaugen oben drauf zu schöpfen, und daß  ja einige  Grieben mit drin sind.

Dann trugen die Frauen die Suppe nach Hause wo sie nochmals aufgestellt wurde.
Denn in Franken ist es üblich daß dann noch Ribeli hineinkamen oder aber Wasserspatzen  zur besseren Sättigung.
Denn die brauchten die Männer nach der Arbeit in den 50ger Jahren, da war die Not noch groß.

Ribeli“ ist nichts anderes als Mehl mit Schmalz  gut vermischt, so daß es ein bröseliger Teig war.
Verrieb man ihn in den Händen gab es kleine Krumen,  hier Ribeli genannt.
Diese wurden in der Suppe mitgekocht, so eine Art Mininüdeli.

Oder eben „Wasserspatzen“  das einfachste was man sich vorstellen kann:
etwas Wasser mit Mehl zu einem halbflüßigen Teig vermischt entweder durch einen Seiher ins Wasser tropfen lassen,
oder ähnlich wie Spätzle mit dem Messer in die Suppe schaben.

Tja , so war das damals , ohne Wirtschaftswunder…

Und viele erinnern sich noch an die gute Kesselsuppe oder Metzelsuppe.
Man bekommt sie ja fast nirgends mehr!
Ich kenn leute die dafür 100 Kilometer fahren.
Und als ich das neulich mal sagte, schrieb mir sogleich jemand:
Würzburg ist nicht weit, auch so 100 Kilometer, vielleicht komm ich, Bernd !

Ich muß mal schauen, vielleicht schick ich dem Manni etwas davon. Die Temperaturen passen ja, bei der Kälte sollte das gehen.

Und heute nach dem Friedhof  habe ich den Eimer rausgeholt, schön sulzig war die Suppe, und in einemTöpfchen aufgewärmt.
Ja, ja und Wasserspatzen habe ich mir auch schnell in einer Tasse angerührt und über ein Brettchen geschabt.

Von draußen habe ich geschwind etwas frischen Majoran gezupft, und einige dünne Scheibchen Bauernwurst in die Kesselsuppe geschnippelt.

Und hier sieht man das genaue Gegenteil; wie man eine Einfachsuppe  optisch manipulieren kann, z.B mit Geschirr.
Welch ein Kontrast wenn man sich der verbeulten Alu -Milchkannen erinnert  mit der man sie bei  Metzger  abholte ..

Und dann sah das so aus:



Guten Appetit!

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