Sardinien: Heiße Gefühle und tiefe Traurigkeit

Sardische  „Zungenschnalzer“:

Meine Tiroler, die Kathrin und  der Wolfgang  von http://kochshooting.blogspot.de         haben mich ja  mit ihrem Sardinien Urlaub in den Bann gezogen und bewogen alte Erinnerungen hervorzukramen. Ich weiß, einige lesen gerne „Geschichterln“ von mir, gut dann  „verzähl“  (so sagen wir in Franken)  ich euch ein wenig, wenns euch  nicht langweilt:

Es war anläßlich eines Urlaubs auf Sardinien.
Ein italienischer Kellner hatte mich x mal eingeladen, doch mal bei ihm Urlaub zu machen, auf seinem Sardinien. Gut, irgendwann sagte ich zu, doch nun ergab es sich, daß er nicht konnte, da seine Frau keinen Urlaub erhielt. Der Ärmste er war untröstlich.  Aber er machte seiner  Familie, seiner Verwandtschaft, seinen Brüdern Dampf.
Und daß,  auch ohne daß er dabei sei,  ich herzlich empfangen würde und sehr  willkommen sei. Also, über Civitavecchia ging es mit der Fähre nach Olbia. Von dort nach Sassari, denn dort war der Anlaufadresse, dort wartete ein Professore, ein Bruder des Kellners auf uns. Die Überfahrt war wie im Bilderbuch, die Fahrt von Olbia nach Sassari brachte uns  bereits viele Eindrücke. Wir freuten uns endlich am Ziel zu sein.

Dort angekommen riefen wir bei unserer Zieladresse an, wurden abgeholt und
kamen nun bei unserem Professore an. Unser italienisch war noch gar nicht richtig aktiviert, da stellten wir im großzügigen Stadthaus unseres Gastgebers einige Unstimmigikeiten fest: Man empfing uns zwar herzlich, doch dann verschwanden die Personen immer wieder gleich. Kehrten zurück, sprachen einige Wörter mit uns, ein kleiner Begrüßungsschluck und schon waren sie wieder weg. Solche und andere Eigenheiten  erstaunten mich und da ich sie nicht recht zu deuten wußte, nahm ich unseren „Professore“ den Bruder von Salvatore zur Seite.
Ich fragte ihn ob wir ungelegen kommen, ob etwas sei , ob es mit unserer Anwesenheit zu tun habe?
Er nahm mich in den Arm entschuldigte sich mit einem Gefühlsausbruch und
fest weinender Augen: die Schwiegermutter liege 2 Zimmer weiter im sterben,
der Pfarrer sei da, die Familie um das Bett versammelt, und so habe man eben wenig Zeit  sich so um uns zu kümmern  wie man es gerne täte.

Uhhhhh.

Das also war es. Ich erklärte ihm, daß wir nun unwichtig seien und die Familie in ihrer Trauer nicht stören wollten. Er möge mir nur auf einen Zettel die Adresse der Ferienwohnung in Alghero geben und die Schlüßel. Und er möge sich in dieser schweren Stunde um die Familie kümmern und nicht um uns. Wenn alles herum sei,  könne man sich ja treffen. So gingen wir auseinander. Und ich muß gestehen, daß ich erst mal in das nächste Caffee ging, ein zwei doppelte Cognacs und einen Caffe trank.

Das also war erst mal ein Schock, aber wir ließen uns nicht unterkriegen auch wenn die Stimmung erst mal nicht überschwenglich war.

************

In Alghero der kleinen wunderhübschen , malerischen Hafenstadt bekamen wir doch die eine oder andere unerwartete Aufmerksamkeit.
Unser Professore hatte Freunde und Nachbarn seiner Ferienwohnung verständigt, sie mögen sich eine wenig um uns kümmern, da er wegen des Sterbefalls verhindert sei.

Und so kam ein netter Herr und  bedeute , daß wir am Abend zu einer gewissen Adresse kommen sollten, wir seien zum Essen eingeladen. Es war ein Freund des Professore und er hatte uns in ein Lokal mit eienm wunderschönen malerischem Innenhof,  einer kleinen Taverne zum Essen eingeladen. Im Hof stand ein schmiedeiserner Grill mit einem kleinen Spanferkel über dem knisternden Feuer.
Es war für uns bestimmt. Schnell erklärte mir der Koch die Besonderheit der sardischen Spanferkel. Die Schweine sind eine bestimmte , sozusagen“halbwilde Rasse“ die im Frühjahr in die Berge getrieben werden, dort wild leben und im Herbst , der Olivenreife folgend immer weiter mit ihren Jungen herunterkämen.
Sie seien  sehr schmackhaft wegen der vielen Kräuter und Wildfrüchte von denen sie sich ernähren. Und im Herbst seinen diese  gegrillten Spanferkel  die Spezialität auf Sardinien überhaupt.
Und was soll ich euch nun erzählen von diesem Geschmackserlebnis, in einem herrlichen  gemauerten alten  Innenhof,  mit wunderschön blühenden Pflanzen, kaltem Wein in Karaffen, knisterndem Holz, dezenter italienischer Hintergrundmusik und Arien aus berühmten Opern.
Dazu wurde dann in höchster Präzision und in gekonnter Manier das Ferkel fachmännisch zerlegt, tranchiert, prtioniert  und  gekonnt serviert.

In  charmanter Begleitung  und mit dabei, die große Liebe meines Lebens !

Herz, was willst du mehr, in einer lauschigen Spätsommernacht in einem versteckten Hinterhof  unter sardischem sternklaren Himmel .


Freilaufend und ohne Hirten in den Bergen


so sieht das dann aus

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