Wie eine Süße scharf wird….

Paprika, Pepperoni, Chili und co

Als ich damals mit den eigenen Tomatenexperrimenten anfing, da bekam ich auch einige Päckchen Chili und  co. zugeschickt.
Etwa 10 Sorten waren es dann.
Und kaum erzählt man das einigen Nachbarn, Bekannten etc. und schon sinds wieder einige mehr,
denn die mußt du ausprobieren und die und die meint die  Nachbarschaft.

Das war alles wunderbar und ich konnte direkt ein wenig „angeben“ als  frisch gekürter „Gärtnermeister“.
Sicher mir hat das und macht das auch Spaß, nur muß man dann auch so einige Erfahrungen  machen.

So läuft dann die liebevolle Aufzucht vom ersten Freudenschrei beim Erscheinen des  ersten Keimlings,
bis zum pikieren (vereinzeln)  mit dem einen und anderen Glücksgefühl ab..
Man hegt und pflegt alles wie einen Schatz. Läßt sein derzeitiges tun zwanghaft in alle Gespräche einfließen.
Ob es am Stammtisch ist, beim Plausch mit Nachbarn übern Zaun, im Supermarkt mit Tante Frieda, oder am Fußballplatz in der Halbzeitpause.

Dann, nach den Eismännern, Eisheiligen wird im Freien eingepflanzt, aber nicht ohne zuvor mehrere Plänchen gezeichnet zu haben,
wo was reinkommen wird, schließlich ist man ja nun „Gärtner“.
Und auf dem Beet soll es ja nicht aussehen wie bei Hempels unterm Sofa.

Täglich mehrmals macht man seine  Rundgänge, gießt , zupft das eine oder andere Unkraut.
So vergeht das Frühjahr,  der Sommer kommt und es zeigen sich erste Blüten, dann immer mehr und mehr.
Man lauscht jeden Tag dem Wetterbericht, schaut daß die Regentonne immer voll ist und gießt und gießt und gießt.
Dann  beginnen die ersten Pepperoncinis , sowie jetzt bei mir rot zu werden und zu reifen.
Erst eine dann mehr und mehr.

Als ich dieser Tage die Tomaten für die Verkostung pflückte,
nahm ich auch die ersten Pepperoncinis herunter und von einem anderen Strauch zwei Spitzpaprika eine schon schön rot,
die andere noch nicht so ganz.
Die Pepperoncini hatte ich schon vorgekostet : scharf, gut scharf.

Vorgestern nun wollte ich zu meinen Ruccolasalat  auch etwas von den milden Spitzpaprika, allerdings leicht angedüstet.
Also in Streifen geschnitten und in Olivenöl angeschwenkt.

Probieren !

Oh my Gott.

Teuflisch scharf die Riesendinger, dabei sehen sie zum reinbeisen aus und versprechen fruchtige Süße.
Nix war es, ab in die Tonne sonst wäre der gesamte Salat ungenießbar geworden.

Was war geschehen?

Nochmal zurück zu meinen damaligen ersten Chilieanbau.
Auch damals tanzte die eine oder andere Sorte aus der Reihe.

War statt süß scharf.
Statt scharf sehr Scharf.
Oder: etxtra scharfe waren eher mild.
Aber nicht genug. Selbst an den einzelnen Pflanzen gab es Unterschiede! Die eine Frucht war mild , die daneben scharf .

Wie das?

Ganz einfach: man sollte immer nur eine einzige Sorte anpflanzen!
Denn: die Bienen interessieren sich nicht für Sorten,  haben sie sich mal auf Paprikablüten spezialisiert,
unterscheiden sie nicht nach scharf und mild, sie bestäuben alles was ihnen unter die Flügel kommt.
Und waren sie zuvor auf einer scharfen, dann nehmen sie etwas Bestäubung mit und schon wird dadurch aus einer milden eine scharfe Frucht.

Damals war meine ganze durch nummerierte Buchhaltung: Pflanzennamen, Pflanzennummer, Sorte, für die Katz.
Und brachte mir auch den einen oder anderen Ärger ein.
Denn ich gab sie freudestrahlend einer hübschen Dame mit der Versicherung : Diese Sorte ist mild!
Und erntete statt strahlender Augen einen bösen Blick.
Glaubte die Liebe doch, ich hätte sie absichtlich in die Irre geführt.

Was sollte ich machen ?

Jede einzelne Paprika, Pepperoni, Chili anknabbern und probieren ?
Ich trocknete sie,   dann wurde daraus teuflisch scharfes Chilipulver gemacht. Es war unbezahlbar.
Nie hat jemand so viele Tränen für ein Chiliepulver vergossen wie ich damals..
Heute weiß ich aber wie es mit weniger Tränen geht.

Den habe ich dann in kleine Gläschen gefüllt und ich bin überzeugt die Leute haben noch immer davon,
denn ein winzig kleines Messerspitzchen genügt .
Also waren sie bestimmt sparsam damit und haben noch heute was über.

Voriges Jahr hatte ich reichlich milden.
Der wurde dann auf Fäden gezogen und draußen wie auf einem ungarischen Bauernhof (wo der  Paprika wie Girlanden um die Häuser hängt)  zum trocknen aufgehangen.                   (eine Methode die sich auch für Schwammerl eignet)
So schaut das dann aus:

 

Und dieses Jahr bei mir ?

Hier Ziegenhorn-Paprika:
                                                    der Spitzpaprika der süß sein sollte,                                                                                 einmal ausgereift rot und  einmal noch nicht ganz soweit,                     
  der sieht so aus:
Pepperoncini
Thai- Vogelaugenchillies

Mein Thai Vogelaugen Chilie beginnt jetzt erst zu blühen, obs noch was wird?
Er kommt im Winter ins Haus! Dann im Frühjahr wieder raus , dann wird das auch was.

Und wenn ich euch jetzt scharf gemacht habe, dann war das pure Absicht.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Küchen-Schule: alles was man wissen soll oder muß, Kochgeschichten abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s