Viva Mexico (2)

Zuerst mal vielen Dank an Joachim!

Ich könnte ihn beneiden den Senhor Aleman,
spannt sich auf einer Hacienda im Landesinnern Mexicos  aus, nachdem geschäftliches erledigt war. Richtig so!

Und damit auch alle gleich ein Feeling dafür bekommen um was es geht , etwas einstimmende Musik dazu:

http://www.youtube.com/watch?v=0gD9zaCwmsM

so sieht die Pampa aus, die echte Pampa.  denn die Hacienda befindet sich weit im Hinterland , ein großer Landbesitzer der sich auf den Berg stellen kann, und in alle Richtungen zeigen kann:  bis dort zum nächsten Berg, ist alles mir! Ja da kann man dann reiten bis der Hintern wund ist, denn der gequälte Gang ist darnach garantiert echt und nicht gespielt.
Und sie werden ihn auch nicht belächeln und erst recht nicht „Gringo“ nennen, denn in Mexico ist das eher ein abwertendes Schimpfwort gegenüber den verhaßten Amerikanern; er als Deutscher , als Aleman wird allerhöchste Achtung genießen. Joachim ist ein Herumtreiber, im positiven Sinne, oder sollte ich vornehmer sagen ein Weltenbürger?  Nein, kein rastloser , es kam alles so wie es kam, nichts geplant, nichts berechnet, ob Spanien, Frankreich  oder zuvor Österreich. Dann von heute auf morgen Statthalter in Vietnam, Thailand, und Australien. Und den indischen Subkonitinent mit Pakistan, Indien, Burma, Banghladesh .. Und jetzt? Jetzt lebt er still und  idyllisch in einem versteckten Paradies in Malasya.  Oder er treibt sich wie heute in dieser mexikanischen Wildnis  herum und holt sich Blasen am Hintern und verschießt wie einst Charles Bronson  in „Spiel mir das Lied vom Tod“ reichlich Munition um einen einzigen Hasen zu schießen.

Natürlich war er auch schon in einem Saloon , im nächsten Kaff hinter dem 2. Berg westwärts, bei Tequilla und  Mariachi-Musik und einem dicken Schädel am anderen Tag.  Und vielleicht hat er dort auch ein feuriges  „carne al pastor“  zu sich genommen.

Aber Jammern gibts nicht, die Senjoritas  wecken ihn mit ihrem emsigen Treiben
, wenn sie morgens beginnen, Berge von Quesadillas zu backen und zuzubereiten, den Teig aus Weizen mischen und kneten, Portionieren, formen, gehen lassen, in den Ofen schießen.
Während Tortillas aus Maismehl gemacht werden, wie Taccos auch.

Ja, Berge von Quesadillas werden hier täglich zubereitet und dann in den benachbarten Dörfern für ein paar Pesos verkauft.
Und es gibt unendliche Variationen, unendliche Füllungen, süß scharf, teuflisch scharf. Vor allem aber mit Käse oder  aber auch mit Fleisch.
Sogar die süße Variante gibt es.

Aber das alles entscheidende ist der Ofen. Ein ganz traditionell gemauerter Holz- Backofen wie aus uralten Zeiten. Das liebe ich egal ob ein Brot aus einem Holzbackofen, oder eine Pizza aus einem gemauerten Holzofen und hier jetzt Quessadillas oder Tortillas. Ein unvergleichlicher  Geschmack, ein Backaroma, ein Duft nach Natur, nach Pampa nach mehr und mehr.  Diese verschiedensten sich ähnelden Fladen sind ein Heiligtum der Mexicaner und da geht nichts an  traditioneller  Machart vorbei. Und der Herr der Schöpfung ist auch der Herr des Ofens:

Erst mal anfeuern , den Ofen auf Temperatur bringen:

Dann aber wird eingeschoben und eingeschoben, und was macht Joachim in der Zwischenzeit ?
Auch er hat zu tun muß sich um sein Pferd kümmern, das ihn wieder den ganzen Tag in der Gluthitze tragen soll.
Aber halt , eine Stärkung  , hat er mir verraten nimmt er doch noch zu sich ,  ehe es zum ausreiten geht,
denn die  weit verteilten Rinderherden brauchen jeden Tag Aufmerksamkeit und da tut eine kräftige Suppe aus dem Kessel wunder:

Von den Rindern muß er nicht enttäuscht sein, weil sie eher hager und dürr daherkommen. Das sind einheimische, an das Klima gewöhnte Rassen.
Und nicht wie vielfach gerade in Argentinien eingeführte oder gekreuzte Aberdeen-Angnus Rassen, klar, diese oder unsere in Europa sehen dagegen aus wie Bodybuilder.
Aber du sagst es ja selbst, das natürliche Futter, schmackhafte Gräser,  die langsame Gewichtszunahme das alles sorgt für besten Geschmack , anders wie beim Turbo -Vieh bei uns.

Morgen oder übermorgen reist Joachim erstmal an die texanische Grenze um einiges zu erledigen, aber ich bin sicher,
er wird mir noch einige seiner Reiseerlebnisse zukommen lassen, ich freue mich schon darauf.
Und Kathrin,
da er Chillies genauso liebt wie ich, hat er schon einiges an Chilie-Samen zur Nachzucht organisiert.
Vielleicht gibts auch eine unbekannte schmackhafte Tomatensorte, wer weiß ?

+++++++++++++++++++++
http://www.youtube.com/watch?v=s7Hcp5XyiyU

Eine kleine Episode zum Abschluß:

Vor etwa 25 Jahren hatte ich 3 Jahre lang in Wiesbaden einen Verkaufsstand auf dem alljährlichen „Weinmarkt“ eine sehr große Veranstaltung in Hessens Landeshauptstadt.

Ausgerüstet mit vorbildlichem Equipment bauten wir den Stand auf. Ich hatte ein
ausgefeiltes und erprobtes Speise-Programm das sehr gut lief. In der Toplage die ich hatte war ich von einem Sammelsurium an Konkurrenz umringt:
Italiener , Türken , Griechen,  Hertie Franz.Gourmet stand usw.
Gut Bange war mir nicht, aber ich experimentierte immer mit einem neuen Gericht, um das Sortiment stets zu verjüngen und anzupassen, damit es nicht langweilig wird.

Nach einem Mexico Besuch kam ich auf die Idee mal einen Test mit Mexicanischen Taccos zu machen.
Ein gutes Rezept hatte ich, also ging es in der Metzgerei meiner Schwester daran, ein vorzügliches Chili Con Carne zuzubereiten,
sowie Salate, Sour Cream zu machen und Käse zu reiben.

Taccoschalen hatte ich jede Menge mitgebracht .

Am Abend  dann begab ich mich unter  die herumflanierenden Leute und verteilte  „Versucherli“ .
Kaum wieder in Sichtweite meines Standes sah ich riesige Schlangen von Kundschaft.
Was war geschehen:  insbesondere  junge Leute wollten etwas außergewöhnliches und standen geduldig an,  sich ihren Tacco mit Chilie con carne zu holen.
Dann war apprupt Schluß : denn alles war ausverkauft.

Anderntags war ich stundenlang in Wiesbaden unterwegs, alle Läden abzuklappern die diese Tacco Schalen führten.
Wiesbaden war leer gekauft, den nächsten Tag  dann im benachbarten Mainz,
den 3. Tag gings bereits nach Frankfurt nur um diese Teigschalen zu bekommen , ohne die nichts ging.

Also , man kann auch in Deutschland  mit mexicanischer Küche gut ankommen.

Appetit bekommen ?
Euch einen schönen Tag noch!

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