Erinnerungen : Viva Mexico (1)

Ein guter Bekannter befindet sich derzeit auf einer Reise in Mexico.
Eigentlich geschäftlich, doch wenn man dort schon mal hinkommt und so weit reist, dann sollte man nicht nur seinen Job machen und wieder zurück, sondern sollte sich Land und Leute schon etwas näher anschauen und einige Tage anhängen. Das macht er und das finde ich wieder toll und vollkommen richtig.

Soeben habe ich einen kurzen Reisebericht per mail erhalten und ihm geantwortet, daß er mir ein wenig vorkommt wie Crokodile-Dundee, nur eben in Mexico auf einer großen Ranch inmitten der Pampa, der echten Pampa.

2 oder waren es dreimal, war auch ich in Mexico . Allerdings bis auf einmal  nicht sehr weit inmitten des Landes. Einmal von Texas aus und zweimal von San Diego im Süden Cliforniens aus. Über den größten „Border“  (Grenzübergang) der Welt aus  (weit größer als einst der berühmte Brenner Grenzübergang)
Kaum drüben, befand man sich in einer anderen Welt, in jeder sich denkbaren Beziehung.

aus http://www.theodora.com

Ich weiß noch, das erste mal, ich seilte mich von meiner Reisegruppe ab, habe auf das  arrangierte First Class Diner  (French stiled) am Abend  verzichtet.
Was soll ich dort, mit meinem Berufsbackground,  wenn Amis krampfhaft versuchen an einem Abend französische Küche zu zelebrieren ?
Das ist dann auch Imitation, wie Neuschwanstein in Disneyland einige Miles in Orange County  entfernt.

Also ich schlich mich alleine davon. Mit der Railway, dem Trolley zum Grenzübergang.
Ich war erstmal ergriffen, als ich dort eintraf: ein riesiges Gelände, schließlich war ich ja zu Fuß, nachdem ich den Zug verlassen hatte.
Also ging ich auf das größte Gebäude zu. Dort war dann schon ausgeschildert und gekennzeichnet wo ich hin müßte: Fußgängerübergang für non Americans, non Mexcicans, also dann „Other“.
Schnell war ich durch, mein amerikanisches Visum im Paß reichte aus.

Und schon war ich „in der anderen Welt“  als ich den mexicanischen Teil des Grenzgebäudes verließ.  Gestrüpp und erste wild wachsende stachlige Kakteen
säumten den Trampelpfad . Da  stand eine Gruppe Reisender, der wollte ich mich anschließen. Doch die schienen eher auf mich zu warten. Die Frauen waren schon ängstlich, zögerlich und bereit umzukehren. Man wartete scheinbar auf mich, um sich mir anzuschließen.  Als ich die Gruppe erreichte, stellte ich am Slang fest:
Schwäbli, aus dem tiefsten Schwabenländle. Gleich wurde ich als „Heilsbringer“ begrüßt, noch dazu auch ein German, ein Bayer dazu. Mein forsches, selbstbewußtes und sicheres Auftreten ließ sie glauben ich sei hier öfter und wohne wohl nebenan in Californien. sogleich wurde ich von allen wild durcheinander und alles mögliche gefragt.
Plötzlich kam aus dem mannshohen Gestrüpp ein Goucho, ein Mexicaner , Jeans , karierte Hemd, großkrempigen alten schwarzen, ja speckigen  Hut, allenfalls  1 Meter 50 groß, der  schon etwas ältere Senhor.  Die Damen aus dem Schwabenland erschraken zu Tode, als ginge es  jetzt ihrem Ende entgegen!
Auch die schwäbischen „Helden“zuvor noch groß aufsprechend, wichen erschrocken sofort einige Schritte zurück. Alle darauf wartend was ich nun täte.

Was tat ich?

Der Miniatur- Mexicaner machte in seinem erst unverständlichen Geschwafel aus englisch und mexicanisch (spanisch) nichts anderes, als das Angebot, uns in die Stadt zu fahren , ins nahe Tijuana. Ich bedeutete ihm, daß ich mitfahren werde und erklärte der schwäbischen Reisegruppe  die sich flux einige Meter zurückgezogen hatte, während ich  mich mit meinen  fast 1.90 mit dem 1,50 großen mexicanischen Taxler unterhielt.  Nein, kein Überfall,erklärte ich den bibbernden Schwabendamen, daß das nur ein Taxifahrer ist,  auf der Suche nach Kundschaft.  Kurzum die leichenblassen Damen mit ihren blutleeren Gesichtern ließen sich auf  keinen weiteren Meter mehr ein, wollten nichts, als wieder zurück auf amerikanischen Boden und kehrten um.

Ich hingegen vertraute mich dem Taxifahrer an und staunte nicht schlecht als wir die Straße erreichten: dort stand der längste und riesigste Amis Straßenkreuzer, den ich je gesehen hatte, und ich hatte viele Straßenkreuzer gesehen!
Und dieser  1 Meter 50 große Mexicano fuhr diesen verstaubten alten Schlitten, ein Schiff von Auto und ein völlig pittoreskes Bild das sich mir im schwachen Licht da bot.
Kein Filmregiseur könnte eine bessere Szene arrangieren!  Dann bestiegen wir den Wagen, beide vorne.
Da saß er nun der Mexikanische Taxifahrer auf geschätzten 5 Kissen sitzend und weit über einen Meter von mir entfernt sitzend,
auf der einem Sofa gleichen durchgehenden Sitzbank, wie sie die alten Straßenkreuzer haben.
Und sofort verbreitete der typisch mexikanische  Radiosender mit dem passenden Kauderwelsch ein Gefühl,
als sei man von einer Sekunde auf die andere auf einem anderen Planeten gelandet.

war noch älter, als diese hier

Sogleich wurde ich in die Realität zurückgeholt: der Taxifahrer schien besoffen zu sein, denn laut ein Liedchen im Radio mitsingend fuhr er von einer Straßenseite zur anderen und der riesiglange Wagen schaukelte sich wie eine Schiff auf dem Meer mehr und mehr auf. Ich fühlte mich, fahre ich im Traum in einem neuartigen Traumschiff auf dem Oktoberfest.
Was war?
Der Fahrer wich nur den riesigen Schlaglöchern aus, mit denen die Straßen dort übersäät sind : und manchmal war das die Linke Straßenseite, mal die rechte. ein Wunder nur, wie er das berechnete, denn durch die überlange endlose Kühlerhaube sah man eigentlich gar nicht das vor einem liegende Schlagloch, aber man spürte sie, wenn er wieder mal einen Volltreffer landete!

Mir gefiel diese Unikum von Taxifahrer, mir gefiel diese monströse Fahrzeug.
Ich  verhandelte erst mal einen Stadtrundfahrt mit ihm, denn er hatte mich zuerst mal zum Ami Touristenziel Nummer 1, dem Rotlichtbezirk chauffiert.

Dann bat ich ihn, mir eine gutes und typisch mexicanisches Restaurant zu zeigen
und so machte ich meie ersten Erfahrungen mit mexicanischer Küche. Hm, was ganz was anderes als diese TEX-MEX zeugs das einem gerne in den USA angeboten wird.

Ja und an all das erinnerte ich  mich, als ich heute und die letzten Tage Mails von Joachim aus Mexico erhielt.

Also Joachim,  darauf einen guten Schluck  besten mexicanischen Tequillas und einem:

Prost!

Natürlich werde ich dazu noch einige mexicanische Spezialitäten vorstellen.

Versprochen !

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