Gekochter Schinken

Gekochter Schinken

Ein einfacher,  ein geläufiger Begriff unter dem sich jeder etwas vorstellen kann.
Bei vielen ist dieser Begriff geprägt und verinnerlicht  mit Erinnerungen , Erfahrungen früherer Zeit , als man seinen Schinken noch beim Metzger bzw Fleischer holte.
In dieser Zeit wurden die Vorstellungen von einem gekochten Schinken bei uns gespeichert, was Geschmack , Aussehen,  der Duft, Geruch, Saftigkeit  angeht.

Dann änderten sich leider die Einkaufsgewohnheiten , weil die Kundschaft zu bequem war noch extra zum Metzger zu gehen, sondern alles im Supermarkt kaufte.
Der Supermarkt wurde aber von der Fleisch und  Wurst Industrie beliefert, also erweiterte die ihr Sortiment auch noch  um gekochten Schinken.

Zuerst einmal machte man sich daran die  eigentlich völlig klare und eingeführte Bezeichnung  „Gekochter Schinken“ mit neuen Namensfindungen einzuführen:

Delikatess Schinken
Metzgerschinken
Hinterschinken
Kochhinterschinken
Gekochter Delikatess-Schinken
Delikatess Hinterkochschinken
Gekochter Saftschinken
Saftiger Kochhinterschinken

und und und


aus WDR

Heute findet sich in den Haushalten überwiegend dieses
„Päckchen-Gelumpe“
damit ist eindeutig gesagt was ich davon halte!

Neben der Namensfindung machte sich seltsamerweise die Industrie  nie Gedanken darüber  z.B. Metzgerware  zu verbessern.
Nein,  lieber widmet sie sich anderem:

*wie kann man noch mehr Profit machen
*wie kann man aus minderwertigem Fleisch  auch Schinken machen
*wie kann man billige Schulter in „Schinken“  verwandeln
*wie kann man noch mehr Reibach in der Schinken – Packung machen

usw.

Nach neuen Namen erfand man den „Vorderschinken“.
Doch Vorderschinken gibt es nicht !
Es gibt nur einen Schinken und das ist die Hinterkeule, der Schlegel

Man hat also einfach aus der geringer wertigeren  Schweineschulter Schinken machen wollen.
Da die Schulterstücke nicht so groß teilig sind wie beim Schlegel, und auch stark mit Flechsen durchzogen sind, hat man die entfernen müssen.
Sie wurden also noch kleiner, wie soll das  ein Schinken werden?

Also mußten die weißkitteligen Chemiker der Fleisch und Wurstindustrie ran.
Und sie hatten schnell ein Verfahren und einen „Klebstoff“ mit dem man kleine Fleischteile aus der Schulter zu einem  großen Stück formen konnte.
Dem ganzen  künstlichen Produkt verpasste man nun einen Namen und brachte es als

„Vorderschinken“

auf den Markt.
Otto Normalverbraucher wurde hinters Licht geführt , dachte er, er habe doch einen Schinken. Erst später mußte dieser Schwindel  dann als „Formvorderschiken“ auch deklariert werden. Berüchtigt war dieses Zeugs dann auf Pizzas und auf „italienischen oder griechischen Salaten“ zu finden.

Oder :
derzeit macht die Industrie aus „Salzwasser“ Reibach.
So wurde festgestellt, daß man den Schinken in Päckchen mit Salzwasser  anreichert.
Auf diese Art wirkt der Schinken saftiger als normal und der Kunde bezahlt für das zugegebene Salzwasser auch noch den hohen Schinkenpreis.

Zudem werden heute unisono Schinken „gepoltert“.
Das klingt sehr unauffällig und gar nicht verdächtig.
Nach dem Spritzen und Pökeln des Schinkens mittels Injektionsnadeln kommen die Schinken in Polteranlagen.
Das kannst du dir wie eine Waschmaschinentrommel vorstellen nur viel, viel größer.  Statt Wäsche kommen da die soeben gepökelten Schinken rein.
Und die Schinken „poltern“ darin herum (daher auch der Name) so drehen sie stundenlang die Runde.

Auch darauf kamen Chemiker der Industrie und nicht der Metzgermeister um die Ecke.
Denn man stellte fest, daß dadurch chemische Prozesse stattfinden und die zuvor eingespritzte Pökellake (Salzwasser)  im Fleisch gebunden wird!
Der Schinken wird dadurch künstlich viel saftiger gemacht.
(Und man zahlt für diesen „salzigen  künstlichen Saft“ viel Geld !)

Natürlich könnte ich noch mehr darüber erzählen, doch das soll es für heute erst mal sein.

Also probiert es doch selbst euren eigenen Schinken zu machen!
Beschrieben habe ich es euch im Bericht zuvor, siehe :

https://heutegibts.wordpress.com/2013/05/13/

Sehr interssant und empfehlenswert  auch dieser Link :
http://www.wdr.de/tv/servicezeit/sendungsbeitraege/2012/kw21/0523/02_kochschinken.jsp

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Einkauf Tips, Heute gibts: aktuell, Küchen-Schule: alles was man wissen soll oder muß abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s