Landschaften

Betrachtungen nach einem Ausflug am ersten Frühjahrstag

Gestern hat es mich  wie mit einem Magneten nach draußen gezogen. Schon früh am morgen blitzten erste Sonnenstrahlen durch die Ritzen der Fensterrolladen.
Raus , nichts wie raus.
Schon beizeiten gefrühstückt, bei sperrangelweiter Teerrassentür und ein leichter Wind  die  Vorhänge in aufpustete und würzige Frühjahrsluft hereinbließ.  Schnell war ich hergerichtet, um mit einem Kumpel  einen  kleinen Ausflug ins Würtembergische Bad Mergentheim und auf der Rückfahrt über den Rand des Steigerwaldes zu machen.

Beeindruckend zuerst das knackig frische, saftige Grün, das sich mit voller Kraft
der Sonne entgegenstreckt. Ich liebe diese Zeit,  das Frühjahr, nehme gerne bewußt dieses „Explodieren“  der Pflanzenwelt wahr, wenn aus dem winterlichen Einheitsgrau, das auch unser Gemüt eintrübt, die Natur ihre Kraft enfaltet.  Schon bei der Abfahrt leuchtete mich ein Busch mit Goldregen an…..

Kaum vor der Stadt sah man die aufgeräumten Felder  durchsetzt mit viel Grün, der Wintersaat von Wintergerste, Winterweizen.
Mir wurde bewußt, daß die Kleinteiligkeit gewichen ist. Noch vor wenigen Jahren ergab das Mosaik in der Flur einen weitaus bunteren Fleckerlteppich.
Als mir der erste Tracktor entgegenkam war die Antwort da:
ein riesiges Monstrum mit einer Monsterkabine und gäserner Rundumsicht,
augestattet mit allen Schikanen und einem Computerbestückten Cockpit das dem eines Fliegers gleicht.
Vorbei die Zeiten kleiner Bulldoggs die Bauernbuben mit dem umdrehen des Zündschlüßels starteten und ihre Runden drehten.
Vorbei die Zeiten , als  rußende Traktoren den Verkehr aufhielten,  und sich wütende Autofahrer dahinter stauten und so manche Faust erhoben…

Heute , heute blättern diese Monster  egal ob beladen oder leer,                                                egal ob Hänger oder Pflug dran mit 50 Sachen über die Straßen.                                       Über die Straßen?                                                                                                                        Nein  schon bald sahen wir wie ein solcher Trecker mit einem 8 scharigen Pflug mit seiner Staubwolke nur so „über den Acker flog“. Nichts mehr mit schräg im Acker stehenden Traktoren die sich mühsam  durch die Furchen quälten…..

Ja es gibt in jeder Gegend nur noch einige Bauern.                                                               Diese haben alles aufgekauft oder zusammengepachtet. Vorbei also die Zeiten als 20, 30 Bauern eines Dorfes 20, 30 verschiedene Sachen anbauten…                                           Heute  macht das einer, und er baut gleich die Fluren von 3, 4, 5 Dörfern an.

Möglich ist das mit solchen Monstermaschinen

Nun sehe ich auch hier Felder wie einst in der Tschechei  10 ha groß mit Weizen auf der einen Seite,  daneben ein anderes mit Raps eher noch größer.
Wie heißt es nun auch hier?
Wachsen oder weichen.
Ob das der Weißheit letzter Schluß ist ?

Was eigentlich macht diese Landbevölkerung, die nun nichts mehr zu tun hat?

Hmm

Und:  die  zeitweiligen Programme und Prämien für erneuerbare Energien zeigen sich überall, Land auf Land ab:  die Dächer von Scheunen, Ställen und , landwirtschaftlichen Anwesen spiegeln in der Sonne, sind vollgepflastert mit Solaranlagen.  Andere haben ihre Felder stillgelegt und riesige Solarparks aufgestellt, die ihre Panneele der Sonne entgegenstrecken. Dazwischen  immerzu die „Spargel“ an Windenergierädern die sich gemächlich drehen.
Aber auch  riesige runde Gebäude die nichts anderes als Energiegewinngsanlagen sind. Vergasung , Biogasanlagen die aus wertvollen Lebensmitteln Gas und Energie bereiten.

Oder: wie aus Bauern  Energiehersteller werden….

Brotzeit wollten wir machen.

In jedem dorf hielten wir Ausschau nach einer Dorfbäckerei wie es sie vor wenigen Jahren noch in jedem Kaff gab.
Vorbei.Wir fanden keine.
Gut, dann eine Metzgerei. Belegte Brötchen tun  es ja auch.
Auf 50 Kilometern, Ortschaft an Ortschaft.
Kein einziger Bäcker, kein einziger Metzger.

Statt dessen hatte jedes Kaff  ein kleines Industriegebiet  mit seinem obligatorischen :
Lidl, oder Aldi, oder Netto, oder Norma

In den toten Ortschaften ist nichts mehr. Dorfwirtschaften ? Kaum mehr vorhanden. Kurioserweise sind dann Dönerläden, Pizzerias, Griechen  darin.
Dönerläden und Pizzerias sollen deutsche Dorfkultur retten ?

In die Großstadt Würzburg gekommen sollt nun endlich ein ordentlicher Kaffee her, eine gescheite Wurstsemmel, oder doch ein Hörnchen, eine Schinkenstange.
Um viele Ecken mußten wir fahren.                                                                                              Es gibt ja kaum noch Bäckereien.                                                                                                  Nur noch diese Backshops wo Verkäuferinnen gefrorenes Gelumpe in die allerweltsöfen schieben.                                                                                                                                                  Neee.

Wir fanden dann eine Bäckerei, den Hanselmann in Würzburg, noch eine richtige Bäckerei, in der es aus der angeschlossenen Backstube heraus duftete.

Halt : Überall glänzten Felder. Spargelfelder, die mit Folie bedeckt die  Wärme in den Boden bringen sollen. Ich freue mich schon! Der Spargel wird jetzt binnen weniger Tage regelrecht explodieren, und überall an mass angeboten werden.
Aber : etwas warten, denn der allererste ist noch etwas streng im Geschmack, dann wird er milder, zarter. Aber nächste Woche, nächste Woche werde ich den ersten zubereiten, wieder eine Ausflugsfahrt machen und mir zarten stechfrischen Spargel  besorgen.          Ich sag euch dann Bescheid !

Servus, mit Grüßen von einem Landausflug,

Bernd.  

https://i2.wp.com/www.spargelhof-kuhn.de/img/akt/1.jpg

 

 

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