Betrachtungen : Lebensmitteleinkauf

In „Heute gibts“ beschäftige ich  mich ja meist mit der Zubereitung , dem Kochen von hochwertigen und frischen Speisen.
Fast gebetsmühlenartig  weise ich dabei immer wieder auf bewußten  Einkauf von Lebensmitteln hin. Denn es gibt schnell unbedachte und vor allem schlachte „Einkaufsaufgewohnheiten“ wie z.B. „alles unter einem Dach“

Bauers Hofladen Unterpleichfeld

Immer auf saisonale Lebensmittel achten, daß es eben jetzt in der Winterzeit keinen Kopfsalat bei gibt,
sondern einen winterlichen  Feldsalat oder Endiviensalat. usw

Auf regionale Lebensmittel,  aus der Gegend in der man wohnt.
Diese bekommt man natürlich nicht bei den großen Lebensmittelketten, denn diese kaufen die Lebensmittel irgendwo zusammen,
zentralisieren diese und liefern sie dann quer durch die Republik aus.
So verkauft man uns hier in Franken permanent Salat, Gemüse  aus der Pfalz,
obwohl hier in der Segnitzer Gegend und dem „Knoblauchsland“ um Nürnberg genügend Gemüse für die Region angebaut wird.
Und wo anders ists genauso wie hier in der Region.
Nur dieses wird nicht hier verkauft,  sondern wahrscheinlich in der Pfalz.
Warum dieser Wahnsinn kann uns keiner erklären!
Wahrscheinlich ist der Transport heutzutage so billig daß dies nicht iuns Gewicht fällt.

Auf nationale Produkte achten !  Als kleiner Junge habe ich oft Äpfel gegessen. Ich habe heute sofort und auf der Stelle den Geschmack wieder im Mund und das Wasser läuft mir beim schreiben dort zusammen. Diese Vielfalt an Sorten an verschiedensten Sorten  und Geschmacksnoten. Wenn wir als Jungs im Herbst die Landstraße entlangradelten schmissen wir die Fahrräder in den Graben und labten uns an Äpfeln , steckten uns die Taschen voll und ab gings nach Hause.
Heute gelüstet mich im Herbst auch darnach, nur bin ich nicht mit dem Radl  auf dem Land unterwegs , sondern im Laden.
Seit Jahren möchte ich im Herbst wenn  die Äpfel bei uns reif sind heimische Äpfel so ganz wie in meinen Kinderzeiten essen.
Nein, nicht essen : vielmehr wieder mal genießen!
Doch ich bekomme sie nirgends!
Palettenweise stehen Äpfel da.
Nur nicht aus der Region.
Obwohl mitten in der Saison, mitten während der Ernte gibst keine heimischen Äpfel in den Läden , in allen Läden nicht !
Wenns gut geht kommt die Hälfte in der Erntezeit aus Deutschland ( aus Baden, vom Bodensee )
nein, sie kommen aus Tirol, Südtirol,  Niederösterreich.
Schlimmer noch :
Gut die Hälfte so stellt man bei genauem hinsehen fest,  kommt aus Südafrika, Chile, Peru, Neuseeland, Israel usw.
Mir schmecken diese Äpfel nicht.
Sie sehen zwar aus wie Äpfel schmecken aber nicht nach Apfel,
so wie ich Apfelgeschmack definiere und wie jetzt beim Schreiben im Mund habe.

Jetzt, jetzt beim schreiben habe ich mir vorgenommen im Herbst werden wieder Äpfel geklaut, wie in alten Zeiten, als kleiner Junge!

Zudem.


Heute habe ich eine bemerkenswerte Beobachtung gemacht:

Ich wollte wieder mal zu meinem Landmetzger, wohne am Stadtrand von Würzburg also noch eins, zwei Ortschaften raus aufs Land. Zusammen mit meinem Schwesterchen war ich unterwegs und wir staunten nicht schlecht als wir den kleinen Metzgerladen auf dem Kaff propevoll vorfanden  !!
So meinte selbst meine Schwester: da wäre manche Metzgerei in der Stadt froh bei so einem Zuspruch. Aber weiter. Während der Wartezeit  wunderte sich meine Schwester schon, daß nicht nur eine Kundin, sondern ausnahmslos alle (!)  sehr viel einkauften , bestimmt immer so 12 bis 15 Positionen!  Und immer gleich ein Pfund davon ein Pfund, davon 6 Paar,  Wiener 5 Pärchen,  6 Paar Polnische, 1 kg Aufschnitt usw . So daß die Schwester meinte gleich so viel?

Liegt ein Feiertag an, Bernd ?

Ich habe später darüber etwas nachgedacht:  ich denke die gerade jtzt haben die Kunden mal wieder die Nase voll.
Man geht zum Metzger, zum Landmetzger, der noch traditionell arbeitet, keine Industrieware verkauft wie an der Supermarkttheke.
Denn der Metzgermeister dort im Supermarkt ist doch nur Dekoration!
Was macht der denn ? Den Hackepeter und das Hackfleisch. .
Alles andere bekommt er aus Fabriken geliefert, von denen der Verbraucher zumindest jetzt mal wieder die Nase voll hat !

Das mag den auch ansonsten gut gehenden Dorf-Metzger  Laden  noch mehr Zuspruch geben.
Und das ist gut so !

Und so möchte ich hier alle bitten, machte es auch so:
sucht euch einen Metzger, einen Bäcker der noch selbst handwerklich was herstellt.
Das sind ehrliche Handwerker und keine Chemiker,  die Produkte werden vor Ort hergestellt und nicht durch die Republik gekarrt.

Und genauso ists mit dem Gemüse aus dem Bauernladen, dem örtliche Markt.

Denn : nur aus guten Produkten aus guten Nahrungsmitteln  könnt ihr auch etwas gutes kochen.

Und den jungen Leuten etwas ans Herz gelegt.
Es gibt häßliche Angewohnheiten. Junge Leute gehen ja am Wochenende gerne mal aus, wollen auch mal richtig ausschlafen, und so kenne ich soooo viele  die am Samstg bis in die Puppen schlafen, dann hopp, hopp schnell ins Auto, ab in den nächsten großen Supermarkt den Wagen voll Ware geschmissen und schnell ab nach Hause.
Das hat nichts mit Einkaufsvergnügen zu tun, nichts mit gezieltem Einkauf.
Mit Trickfilm gedreht ist das nichts anderes wie menschliches „Hamstertum“ schnell zusammenraffen, heimtragen, fertig….

Wieviel anders ist es, wenn man früh morgens mit dem Radl mit dem Moped, mit dem Roller losfährt,  beim Gärtner vorbeifährt, beim  Bauernladen,  Gemüse , frisch geschnittenen Salat  vom Schubkarren herunter kauft, Eier beim Bauern holt der nicht bescheißt,  die Wurst das Fleisch beim Metzgermeister Müller und das Brot  bei einem Bäcker kauft der auch backen tut  und nicht nur gefrorenes Gelumpe  in den Ofen schiebt.

Euer Bernd

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2 Antworten zu Betrachtungen : Lebensmitteleinkauf

  1. manfred mitter schreibt:

    Hallo Bernd,

    ist sehr schön wie Du das Einkaufsverhalten beschreibst.

    Wer ist noch nie z.B. in Italien an einem Samstag Vormittag über den Markt geschlendert,
    hat sich hervorragenden Käse gekauft, an einem anderen Stand einen saftigen Posciutto gekostet,
    frisches Gemüse gebunkert, oder frischen Fisch für Sonntags in allen nur möglichen Variationen
    besorgt.
    Eine Stange frisches Weissbrot alleine nur schon des Geruches wegen.
    Dazwischen im Marktcaffee einen kleinen Espresso geschlürft und die neuesten Gerüchte verbreitet.

    Und wer sich da im Supermarkt beim Einkauf wegen Platzmangel die Einkaufswägen in die Hacken schieben lässt ist selber schuld.

    Freu mich schon auf morgen am markt.

    Manfred

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    • derbayerx schreibt:

      Hallo Manfred,
      ja, ja das ist schon was anderes, wenn man dann bei einem Capuccino am Stehtisch den Maderln ein wenig nachschauen kann. Der Gemüsefrau am Marktstandl, mit ihren von Feldarbeit gegerbten Händen, es im Leben nie einfallen würde uns welken Rosenkohl anzubieten oder zu verkaufen.
      Was anderes Mandi : es wäre mal interessant einen Reisebericht über deine Bahnfahrt nach TH zu lesen (Stichwort Mehl für Manni…) wenns mal regnet…hau in die Tasten

      Gruß Bernd !

      ******Und denk an eine Kaserei im Lungau

      Gefällt mir

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