Rilette von der Ente (Das ist die Geschichte zum Weinachtsrilette)

Ente gut alles gut !

Vor einigen Jahren nahm ich die oftmalige Einladung von Gregor an.
Gregor kam anfang der 90er erstmals als Ernetarbeiter zur Weinlese nach Franken, nach D. Der Winzer für den er arbeitete merkte schnell daß mit dem was los war, daß er fleißig umsichtig und vor allem vielseitig einsetzbar war.  So wurde er zu  allen möglichen Arbeiten eingeteilt, es gab nichts was er nicht konnte. Ein Allrounder halt , der sich zudem immer zu helfen wußte. Geht nicht gibts nicht bei Gregor. Und auf so einem Weingut ist auch immer was kaputt oder was herzurichten, auch wenn die Weinlese vorbei ist. Und dafür war Gregor der richtige Mann!

Kurzum,  ein feiner Kerl den jeder mag.

Und Gregor lud mich sooo oft nach Polen ein, winkte aber  schon immer ab : Du kommst ja eh nie !
Gut, nun war es soweit. Mit einem weiteren Kumpel fuhren wir zu dritt gen Polen, ein kleines Kaff in der Nähe von Lubin einer Industriestadt mit einer riesigen Kupferindustrie aber auch mit häßlichen Umweltsünden und Brachen !

Die Gastfreundschaft war riesig und man bekam das Gefühl als gehöre man zur Familie.
Und zur polnischen Gastfreundschaft gehört es nicht nur, reichlich Wodka zu trinken !
Es wird aufgetischt und aufgetischt und nochmals aufgetischt.
Wir waren um Allerheiligen dort, das Wetter passte und so beschloß Gregor meine Anwesenheit auszunützen und das Schwein für den Wintervorrat  zu schlachten.
Darauf komme ich ein anderes mal.

Ich dagegen wollte  einige polnische Gänse , nicht welche aus einem riesigen industriellen Mastbetrieb! Und dieses Kaff war genau das richtige: dort trieben noch kleine Kinder, alte Omas kleine Gruppen von prächtigen Gänsen durch Dorf! Ein Bild wie im Film.
Besonders eine Alte , keine Zähne mehr , eingefallene Backen im zerfurchtem, milde lächelnden Gesicht. Kulisse und Leute  für einen Fotografen wie Gerhard.

Immer wieder fragte ich, bat ich darum, doch herumzufragen, sich zu erkundigen wo ich 4, 5 schöne Gänse her bekäme.  Irgendeiner von Gregors Kumpeln hatte was verkehrt mitbekommen, plötzlich stand er mit einem blauen Sack und 4 frisch geschlachteten und gerupften ENTEN vor der Türe. Gregor raunzte ihn zusammen : doch keine Enten, sondern Gänse!  Er tat mir leid, der Kerle  wie er nun da stand mit 4 Enten die keiner wollte….

Kurzentschlossen  sagte ich:  nix, komm  laß sie da!
Ich werde 2 gleich verschaffen und übermorgen gibts dann auch noch Ente gebraten !

Denn mir kam eine Idee: Jahrelang  hatte meine Mutter darauf bestanden zu Weihnachten eine Terrine  mit Rilette de canard  zu haben, welches ich ihr immer aus Frankreich besorgte.
Also so dachte ich mir, ich werde genauso ein Rilette aus 2en der Enten machen.
Rilette? Was das sein sollte konnte ich meinen Gastgebern nicht verklickern.

Inzwischen hatte Gregor seine Frau verdonnert daß ab nun der Bernd das Küchenzepter schwingt, man müße das ausnützen, wenn der schon mal da sei.
Polnisch kochen  gäbe es dann wieder genug wenn der wieder weg ist. .  Auch seinen Kumpels , allesamt Jäger war ich schnell ein guter Freund .

Also würde eine Terrine Rilette schnell unter die Leute gebracht. Gesagt, getan, schon waren 2 Enten grob zerlegt mit reichlich Suppengemüse aufgesetzt.

(Bitte wer sehen möchte wie das gemacht wird, hier : http://kitchenandgarden.canalblog.com/archives/2010/01/12/16500380.html)

Nach 2, 3 guten  Stunden Kochzeit, abgestellt und  über Nacht ziehen lassen , andern Tags erneut erwärmt, das Fleisch von den Knochen gelöst grob kleingeschnitten.
Den Entenfond inzwischen fast völlig eingekocht, einreduziert, daher vollster Entengeschmack fast wie eine Essenz !
Darunter habe ich nun das grob geschnittene stark zerkochte Entenfleisch gemischt. eine klein wenig Salz, Pfeffer, fertig!  In eine Keramikschüßel gefüllt und kalt gestellt.
Zuguterletzt aus 3 Blättern Gelantine, einem Schoppen Rotwein eine schnittfeste Gelantine gezogen und damit das Entenrilette in der Keramikform überzogen und ab in den Kühlschrank.

Und was geschah?  Gregors Jägermeute entdeckte das ihnen fremde Rilette von der Ente im Kühlschrank.
Und ehe er oder ich eingreifen konnte war das schöne Rilette verdrückt und niedergemacht.
Sie hatten das edle Zeugs runter geschlungen wie einen ordinären Pressack.
Ich war entsetzt….
Sie sahen an meinem und Gregors Gesicht, daß wir stocksauer waren.

Aber am nächsten Tag kam die Entschuldigung:
Eine Flasche Wodka  und frei Haus geliefert: ein schönes Junges Schmalreh, bereits aus der Decke geschlagen : „Komm Bernd , mach was !“

*wenn ihr wollts, erzähl ich demnächst mal weiter….

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